Review: „White Noise“ (2005)

Der nächste Eintrag in unserer „Stinker“-Reihe, in der wir Euch unsere liebsten schlechten Filme vorstellen, behandelt ein unheimliches, paranormales Phänomen.

Der erfolgreiche Architekt Jonathan Rivers muss den gewaltsamen Tod seiner Frau Anna verkraften. Als ihn ein fremder Mann anspricht und ihm erzählt, dass er Nachrichten von Anna erhält, ist er zunächst skeptisch. Dann aber ist sein Interesse geweckt: Immer intensiver beschäftigt er sich mit dem übersinnlichen Phänomen und lässt bald alles Andere dafür links liegen.

EVP

Der Film White Noise beschäftigt sich mit „EVP“, was die Kurzform von „Electronic Voice Phenomenon“ ist. Diese Stimmen aus dem Jenseits sind Botschaften von Verstorbenen – so glauben zumindest einige Menschen. Sie sind am besten auf freien Fernseh-, Funk- oder Radiokanälen zu empfangen, wo ansonsten nur das namensgebende weiße Rauschen zu hören ist. Überall auf der Welt werden diese Stimmen aufgenommen, aber bis heute gibt es noch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass es sich tatsächlich um „Geisterstimmen“ handelt anstatt beispielsweise nur um eingestreute Radioprogramm- oder Funkschnipsel.

Atmosphäre… top

Der Film behandelt dieses gespenstische Hobby sehr gut – soll heißen, wenn man sich einmal mit dem Thema beschäftigt hat, wird man einige Dinge wiedererkennen. Auch ist der notwendige Ernst vorhanden; die Filmemacher belächeln also nicht heimlich ihre Charaktere, die sich damit beschäftigen. Wenn man Michael Keatons Nachforschungen zu diesem Thema im Film verfolgt, dann baut sich langsam eine Gänsehaut auf. Die Macher des Filmes müssen hierfür wirklich etliche dieser Tonbandstimmen angehört haben. Wen es interessiert: Beispiele für „reale“ EVPs gibt es auf Youtube – natürlich ohne Garantie, dass diese nicht manipuliert sind!

Der Schluss… na ja

Und das war auch schon die gute Seite des Films, denn die Story ist an sich etwas hirnrissig und wird zum Schluss vollends gegen die Wand gefahren. Denn im Klimax des Filmes kann man eindrucksvoll erleben, wie eine eigentlich sorgsam aufgebaute Atmosphäre durch schlechte CGI-Effekte und einen Geister-Overkill-Armageddon von einer Sekunde auf die andere schlichtweg vernichtet wird. Schade, schade!
Dennoch: Wer ein Fan von Michael Keaton ist, von Mysteryfilmen nicht genug bekommt und/oder sich für paranormale Phänomene interessiert, der sollte einen Blick wagen. Auch, weil das Ende des Films es wieder schafft, dass man überall das Licht anschalten will.

Fakten und Bewertung

Originaltitel: White Noise
Land: USA/GB
Laufzeit: 101 Minuten
Regie: Geoffrey Sax
Drehbuch: Niall Johnson
Cast: Michael Keaton, Deborah Kara Unger
IMDb: 5.5
FSK: ab 16 Jahren
Release: Auf DVD/Bluray/VOD
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: White Noise © Universal Pictures
Andreas

Andreas

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Andreas Lehmler und Filme beschäftigen mich schon fast mein ganzes Leben. Mit all den Filmverrückten hier denke ich, dass wir euch das Medium Film auch mal von ungewohnten Seiten näherbringen können.
Andreas

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