Review: „Sucker Punch“ (2011)

Was bedeutet eigentlich „Sucker Punch“? Dieser Begriff umschreibt einen unerwarteten Schlag. Besser kann man diese Guilty-Pleasure-Perle nicht beschreiben. Alles an diesem Film ist unerwartet. Alles ist so fantastisch. Doch was ihr von dem Special-Effects-Monster alles erwarten könnt, lest ihr in dieser Review.

„Jeder von uns hat einen Engel. Einen Beschützer, der über uns wacht. Wir wissen nicht, welche Gestalt sie annehmen. Heute ist es ein alter Mann, morgen ein kleines Mädchen. Aber lasst euch nicht durch ihre Erscheinung täuschen; sie können gewaltig sein wie ein wütender Drache. Doch sie sind nicht hier, um an unserer Stelle zu kämpfen. Sie flüstern uns nur zu. Erinnern uns daran, dass es an uns liegt. Dass jeder von uns die Macht über die Welt besitzt, die wir erschaffen.“

Story

Die Mutter der Hauptperson, Babydoll (Emily Browning), stirbt, vermutlich nach langer Krankheit, und hinterlässt ihren zwei Kindern ihr Hab und Gut. Als Babydoll versucht, ihre kleine Schwester vor deren missbrauchenden Stiefvater zu retten, erschießt sie diese aus Versehen und wird, gegen ihren Willen, in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Aufgrund der Situation und der Vergangenheit findet sie keinen besseren Weg, als sich in ihre eigene Welten zu flüchten, um ihr Trauma verarbeiten zu können.

Der Klinikaufenthalt beginnt.

An ihrer Seite kämpfen hierbei die Mitpatientinnen Blondie (Vanessa Hudgens), Rocket (Jena Malone), Amber (Jamie Chung) und Sweet Pea (Abbie Cornish), geführt von der „Tanzlehrerin“ aka Therapeutin Madam Gorski (Carla Gugino). Jede Person, jedes Kleidungsstück, jede Farbe und jedes Objekt wird in ihrer Traum(a)welt verwendet. So verschwimmt ihre Realität mit ihren Welten und macht es ihr schwer, diese zu differenzieren.

„Sucker Punch“ spielt hauptsächlich in der letzten Sekunde ihres Lebens. Ihre letzten Gedanken und inneren Kämpfe werden durch das Wandern in ihrer eigens geschaffenen Realität fantastisch dargestellt.

Details

Der tief(en)-psychologische Action-Musik-Streifen, bei dem Zack Snyder nicht nur Regie führte, sondern auch die Story übernahm, beginnt mit einem kalten Filter, Sturm und Blitze ummanteln die Emotionalität der ersten Szenen. Der Filter verstärkt sich über die Filmlänge, wobei jede Welt ihre eigene Farbgebung und ihr eigener Stil zugewiesen bekommt.

Die erste Rebellion. Der erste Kampf. Das erste Widerstreben.

Die Kamera spielt mit Nah und Fern, mit Makro und Bokeh und spiegelt dadurch Fremd- sowie Eigenwahrnehmung wieder. Generell findet man, mit ein bisschen Reindenken und -fühlen etliche Interpretationsmöglichkeiten und Überschneidungen; vor allem, wenn man sich die Details in den dazugehörigen Kurzfilmen (findet ihr unterhalb der Review) näher bringt, wird einem die Tiefe und Mehrschichtigkeit des gesamten Films, und natürlich der Wendungen, erst richtig bewusst.

Der Soundtrack trägt die fast schon wichtigste Rolle, denn er untermalt jegliche Emotion, jede Handlung, treibt einem das ein oder andere Mal schonmal eine kleine Wutträne in die Augen. Die Lieder sind perfekt geschnitten zu teilweise Slow-Motion-Szenen, die ein unglaublich gefühlsbetontes Zusammenspiel ergeben. Ein paar der Cover wurden übrigens tatsächlich von Emily Browning selbst nachgesungen (Bsp: „Sweet Dreams“).

Kritik

Oft wird kritisiert, dass der Film so „sexualisiert“ wurde: Lange Wimpern, kurze Röckchen, untergeordnete Frauen. Doch mit ein bisschen Grips fällt einem durchaus auf, dass absolut alles in „Sucker Punch“ Babydolls Sicht widerspiegelt. Es sind ihre Gedanken. Ihre Welten. Ihre „innere Unschuld“. Ihre Wahrnehmung. In den ersten paar Minuten wird einem klar, warum Sex für sie eine solche Rolle in ihren bisherigen Erfahrungen gespielt hat und warum sie sich genau durch diese Art und Weise aus den Trieben ihrer Traumata befreit.
Als nächstes wird oft angemerkt, dass man sie gerne tanzen sehen würde und nicht nur ihre Anfangs- und Endpose betrachten möchte. Auch hier können wir wieder wunderbar psychologisch interpretieren. Was sind diese Tänze? Sie sind das Freilassen der Ängste der Protagonistinnen. Die Tanz- und Musiktherapie begleiten sie in ihrer Traumabewältigung. Also geht es nicht darum, wie hübsch dieser Tanz ist, sondern wie frei und stark sie mit ihrer Vergangenheit dabei umgehen kann – ergo, nichts, was man besser zeigen kann, als durch ihre bildlichen Kämpfe.
Nicht nur Explosionen stehen an der Tagesordnung! Auch für die Mecha-Fans ist hier gesorgt.

Fakten und Bewertung

Fazit: 

„Sucker Punch“ ist ein Gänsehaut-Film in jeder Hinsicht: Eine unglaublich tiefe, mehrschichtige Geschichte, bei der man bei jedem Schauen etwas neues entdeckt, untermalt von einem emotionalen Soundtrack und unglaublich durchdachten und wunderschönen Special Effects.

Ich empfehle übrigens nach jeweiliger „Traumsequenz“ den dazugehörigen Kurzfilm anzusehen, denn diese verstärken die bodenlose Tiefe des Action-Musik-Dramas um Weiten! Die Kurzfilme seht ihr unter dem Trailer! 🙂

Originaltitel: Sucker Punch
Land: USA/Canada
Laufzeit: 110 Minuten, Extended Cut 128 Minuten
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Steve Shibuya
Cast: Emily Browning, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Abbie Cornish, Jena Malone, Carla Gugino
IMDb: 6.1
FSK: ab 16 Jahren
Release: Ab 31. März 2011 im Kino
 Seht hier den Trailer:
Seht hier die Kurzfilme:
Bildrechte: Sucker Punch © Warner Bros.
Co

Co

Autor bei Film und Feder
Aloha, ich bin die Co, 1991 geboren und ich bin bei Film und Feder zuständig für die Spieleverfilmungen.

Angefangen hat meine Game-Movie-Beziehung in meiner frühsten Kindheit mit einem Sams-Kinderspiel "Eine Woche voller Samstage" (MSDOS) und ging fröhlich flockig weiter mit "König der Löwen" (SNES). Bei Beidem fand ich es total toll die Parallelen von Spiel und Film zu sehen und habe heftigst frohlockt, wenn mir ein Detail auffiel, das anderen nicht aufgefallen war.

Diese Detailverliebtheit hat sich mein Leben lang weiterentwickelt - ihr könnt euch also darauf freuen, jedes bisschen Fanservice mit mir aufzudecken!

Ach, und LOREM IPSUM DOLOR SIT AMET!!! <3
Co

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