Review: „Radio Rock Revolution“ (2009)

„Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll“ heißt es in dieser britischen Komödie um einen Piratensender, der einer ganzen Regierung in die Suppe spuckt. Und das zum Wohle der Rockmusik!

Radio Rock Poster

Wir sind in den 60ern – genauer gesagt, im Jahre 1966: Rockmusik wird in dieser Zeit von der britischen Regierung als verwerflich und schmutzig angesehen und daher von allen Radiostationen in Großbritannien verbannt. Nur ein kleiner Piratensender auf einem Schiff mitten in der Nordsee stellt sich dagegen und sendet auf seiner Kurzwelle Rock – 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Das kann die Regierung natürlich nicht hinnehmen und schickt ihren besten Mann, um dem Treiben ein Ende zu bereiten. Doch die Crew des „Radio Rock“ ist mit allen Wassern gewaschen.

Radio Rock Revolution ist ein Feel-Good-Movie durch und durch, den ich mittlerweile so oft gesehen habe, dass ich ihn quasi mitsprechen kann. Eigentlich kein Wunder – stehe ich doch (nicht so) heimlich auf britische Rom-Coms, wie zum Beispiel Love Actually oder Bridget Jones. Doch bei Radio Rock Revolution, der übrigens im Original den passenderen Titel The Boat That Rocked trägt, ist es ganz etwas Anderes: Denn im Grunde ist der Film auch so eine Art Liebesfilm, jedoch nicht zwischen zwei Personen, sondern zur Musik. Und das ist eine ganz besondere Liebe!

Und genau diese besondere Liebe spiegelt sich im fulminanten Soundtrack wieder: Dieser Nostalgie-Boom strotzt nur so von den guten alten Rockhits der 60er. Mit Hits der Rolling Stones, den Beach Boys, The Who, The Jimi Hendrix Experience oder mein heimlicher Favorit in diesem Film, Lorraine Allisson. Immer wenn ich „Stay With Me“ höre, schmilzt mein Herz! Hier wird gegroovt, gerockt und gewippt, bis die Heide wackelt. Wer kann bei solchen Klassikern die Füße still halten? Ich jedenfalls nicht!

Doch was wäre ein Film über einen Piratensender ohne seine Piraten, oder in diesem Fall, ohne seine Moderatoren, der Crew des „Radio Rock“? Und diese hat es mächtig in sich! Vom leider viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffmann, dem The IT-Crowd-Star Chris O’Dowd, über das Urgestein des britischen Kinos, Bill Nighy, sowie dem (im wahrsten Sinne des Wortes) Comedy-Schwergewicht Nick Frost ist diese Crew ein einziges Highlight an hochkarätigen Comedytalenten. Hier wird gelacht, bis das Zwerchfell platzt! Und damit ich meine ich nicht irgendwelche „Pipi-Kacka“-Witze, die nur in den Genitalbereich zielen – wenn hier einmal ein Witz unter die Gürtellinie geht, dann auf eine charmant-clevere Art und Weise, eben „typisch britisch“: charmant, humorvoll und mit dem Herz am rechten Fleck. Was kann da schon schief gehen? Außer vielleicht, wenn wir um Bobs geliebte Plattensammlung trauern…

Selten hat mich ein Film vom Anfang bis zum Ende so mitgenommen, auf eine derart unterhaltsame Reise. In den Rumpf eines alten Kahns, zwischen verstaubte Platten aus der Zeit meiner Großeltern, in den fiebrigen Vibe der „Swinging Sixties“ und den akkurat gestutzten Schnurrbart von Hercule Poirot… sorry, ich meinte natürlich Kenneth Branagh. Wie konnte ich das nur verwechseln!?

Fazit: Kauft Euch diesen Film oder leiht ihn Euch zumindest aus und genießt zwei Stunden beste Unterhaltung abseits des handelsüblichen Blödsinns!

Fakten und Bewertung

Originaltitel: The Boat That Rocked
Land: US/GB
Laufzeit: 135 Minuten
Regie: Richard Curtis
Drehbuch: Richard Curtis
Darsteller:  Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Chris O’Dowd, Kenneth Branagh, Rhys Ifans, Nick Frost u.v.m.
Soundtrack verschiedene Interpreten
FSK: 12
Kinostart: 16.04.2009

Bildrechte @ © Universal Pictures International Germany GmbH

Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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