Aus dem Nichts - Szenenbild mit Diane Kruger

Review: Aus dem Nichts (2017)

Aus dem Nichts von Fatih Akin mit Diane Kruger in der Hauptrolle beschäftigt sich im weitesten Sinne mit den fürchterlichen und beschämenden NSU-Verbrechen.

TodFilmplakat Aus dem Nichts

Katja, verheiratet mit dem Kurden Nuri und Mutter des sechsjährigen Rocco, verliert beide bei einem verheerenden Sprengstoffanschlag. Sie hat aufgrund ihrer Beobachtungen vor dem Anschlag einen starken Verdacht, wer die Täter sind, aber aufgrund der kriminellen Vergangenheit ihres Mannes wird ihr nur wenig Glauben geschenkt. Ein Kampf gegen Windmühlen beginnt.

Leiden

Natürlich leidet die Filmfigur Katja nach dem Attentat. Dann leidet sie weiter – und leidet und leidet und leidet…! Gerade, als wir Zuschauer endlich verstanden haben, dass sie unter der Situation leidet, leidet sie noch ein wenig mehr. Wir wollen nicht herzlos erscheinen – natürlich muss man die psychische Verfassung der weiblichen Hauptperson darstellen, aber Akin zieht dies dermaßen in die Länge, dass der Zuschauer nicht mehr mitfühlt, sondern anfängt sich zu langweilen, oder schlimmer: genervt zu sein. Das killt natürlich den Film im Ansatz und auch die merkwürdig gefühllose, vor sich hin mäandernde Gerichtsverhandlung trägt nicht mehr dazu bei, dass sich die Zuschauer weiter für Katja interessiert.

Aus dem Nichts - Szenenbild mit Denis Moschitto und Diane Kruger
Danilo vertritt die Nebenanklage vor Gericht und steht Katja bei.

Lediglich letzte Akt zieht etwas in der Handlung an und man kann endlich wieder etwas mit der Kruger mitfiebern, aber trotzdem bliebt einem beim Abspann nur ein „na ja“ im Kopf hängen. Zumindest handwerklich ist der Film sauber gemacht; Kruger und Dennis Moschitto, der Nuris besten Freund und Anwalt der Nebenklage spielt, machen ihre Sache passabel. Ein Highlight des Films ist der leider viel zu kurze Auftritt des tollen Ulrich Tukur in der Rolle des Vaters eines der Angeklagten. Gerade einem so eigenwilligen und hervorragenden Schauspieler hätte man mehr Leinwandpräsenz gewünscht.

Preise

Man wird leider das Gefühl nicht los, Aus dem Nichts wäre nur mit Preisen überhäuft worden, weil sich der Film eben der NSU-Thematik annimmt. Im Endeffekt ist der Film viel zu dröge und durchschnittlich, um länger im Gedächtnis haften zu bleiben oder ein zweites Mal gesehen werden zu wollen. Man versteht schon, was Akin damit sagen möchte, aber leider reißt das Interesse des Zuschauers schnell ab – besonders, wenn man ihn mit seinem Vorgänger vergleicht, dem wunderbaren, unbedingt sehenswerten Coming-Of-Age-Film „Tschick“.

Aus dem Nichts - Szenenbild mit Ulrich Tukur und Diane Kruger
Im Film leider zu kurz gekommen: Ulrich Tukur.

Fakten und Bewertung

Originaltitel: Aus dem Nichts
Land: Deutschland
Laufzeit: 106 Minuten
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin, Hark Bohm
Cast: Diane Kruger, Denis Moschitto
IMDb: 7,2
FSK: ab 16 Jahren
Release: 23. November 2017
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: Aus dem Nichts © Warner Bros. Pictures Germany
Andreas

Andreas

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Andreas Lehmler und Filme beschäftigen mich schon fast mein ganzes Leben. Mit all den Filmverrückten hier denke ich, dass wir euch das Medium Film auch mal von ungewohnten Seiten näherbringen können.
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