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Das große Film & Feder Lieblingsfilm-Feature

Jeder von uns hat einen, den wir aus dem Stegreif nennen können, vielleicht sogar gleich mehrere: Die Rede ist von Lieblingsfilmen!

Ob aus unserer Kindheit, in Verbindung mit einem besonderen Kinoerlebnis oder weil er uns nachhaltig beeinflusst hat – der Lieblingsfilm ist immer mit Emotionen verbunden und in den allermeisten Fällen einer der Gründe, warum wir Filme heute so sehr lieben.

Als Dankeschön an Euch haben wir also einmal tief in der Erinnerungskiste gebuddelt und stellen unsere ganz persönlichen Lieblingsfilme vor – zuerst kurz im Überblick und dann wöchentlich in aller Ausführlichkeit!


The Rocky Horror Picture Show (1975)

[Flo] War meine erste Begegnung mit der Rocky Horror Picture Show noch von Verwunderung, Distanz, aber zugleich auch schon von einer gewissen Faszination geprägt, so war ich ab der zweiten Sichtung der Schöpfung von Richard O’Brien und Jim Sharman über beide Ohren verliebt.

Vor ein paar Jahren war es dann endlich auch soweit: ROCKY HORROR PICTURE SHOW – MIDNIGHT SCREENING! Das Publikum war leider überschaubar, aber dafür zum Teil verkleidet und vor allem mit Reis, Klopapier, Gummihandschuhen, Partyhüten und so manch anderem bewaffnet. Zudem hat man sich auch sehr großzügig gegenseitig mit Requisiten ausgeholfen. So wurde gesungen, getanzt, nachgeahmt, reingebrüllt und viel gelacht.
Daher möchte ich Danke sagen. Danke, liebe Rocky Horror Picture Show für so viel gemeinsamen Spaß, für dieses Erlebnis, für diesen meinen bisher schönsten Kinobesuch!

Damit bleibt mir nur zu sagen:

„I’m a wild and an untamed thing
I’m a bee with a deadly sting
You get a hit and your mind goes ping
Your heart’ll pump and your blood will sing
So let the party and the sounds rock on
We’re gonna shake it ‚till the life has gone
Rose tint my world
Keep me safe from my trouble and pain“


Das Letzte Einhorn (1982)

[Friederike] Viel zu oft als einfacher Kinderfilm abgetan, erzählt der auf dem gleichnamigen Roman beruhende Zeichentrickfilm die Geschichte eines Einhorns, das eines Tages durch Zufall erfährt, dass es angeblich das letzte verbliebene seiner Art sein soll. Und nicht nur das: Alle anderen Einhörner wurden offenbar, getrieben von einem monströsen roten Stier, von der Erdoberfläche getilgt. Das Einhorn macht sich daraufhin auf die Suche nach seinen Artgenossen, in der Hoffnung, vielleicht einige von ihnen retten zu können. Hilfe bekommt es dabei von zwei unwahrscheinlichen Weggefährten: von Schmendrick, dem Zauberer und Molly Grue, der Frau eines Räuberhauptmanns.

Während Kinder natürlich zuerst von der ätherischen Schönheit des Einhorns beeindruckt sind, von den bunten Charakteren wie Zauberern, Hexen, Monstern und Helden und von der abenteuerlichen Geschichte, so enthält der Film doch viele Motive und Szenen, die eher Erwachsene ansprechen und die man in einem gewissen Alter schlichtweg noch nicht versteht.

Nicht zu vergessen sind außerdem der umwerfende Soundtrack von Jimmy Web und der Band America (der Titelsong ist sicherlich jedem bekannt) sowie die Performance von Christopher Lee, der die Rolle des König Haggard nicht nur in der Original- sondern auch in der deutschen Fassung spricht und dem Charakter eine Tiefe verleiht, die meiner Meinung nach kein anderer Sprecher hätte erreichen können.

Ein Meisterwerk, das sich vielen erst auf den zweiten, erwachsenen Blick erschließt!


Repo! The Genetic Opera (2008)

[Co] Die Produzenten von Saw laden uns in diesem Horror-Rock-SciFi-Opern-Musical in eine Zukunft ein, in der es Standard ist, sich künstliche Organe und Schönheits-OPs zu kaufen. Wer seine Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt, darf sich mit den Repo(sition)-Men rumschlagen, denn diese werden keine netten Mahnungen schicken, sondern unangekündigt auftauchen, das nicht bezahlte Objekt aus dem Körper entfernen und dem Händler, Gene-Co, zurückbringen. Einer dieser Repo-Men führt ein heimliches Doppelleben – ein Leben zwischen der nur noch aus seiner 17-jährigen, blutkranken Tochter bestehenden Familie und der blutigen, slasherreichen Körperteiljagd. Dass sein geliebtes Kind es gar nicht toll findet, aufgrund ihrer Krankheit eingesperrt zu sein, spitzt die ganze Situation zu, denn sie möchte in Freiheit diese unbekannte, gefährliche, von Drogen und Organklau bestimmte Welt sehen und auf eigene Faust erforschen.

Vollgesteckt mit Intrigen, Emotionen und Unmoral nimmt uns Repo! The Genetic Opera in die Achterbahn der Epicness mit. Am Soundtrack arbeiteten bekannte Künstler der Punk- und Rockszene (z.B. Roxette) sowie auch Opernsänger mit. Die Schauspieler reißen einen mit in ihre Gefühlswelt und die Kulissen sind zum sterben schön und detailreich. Und ganz nebenbei ist der gesamte Film für das Theater ausgelegt und nicht vorrangig fürs Kino, was die (für manche Augen) ’schlechten‘ Effekte erklärt – der Film wurde auch tatsächlich in amerikanischen Theatern aufgeführt! Epicness Overload!


RoboCop (1987)

[Alex] Das Jahr 1987 hat viele gute Dinge zustande gebracht… mich z.B. – und einen meiner Alltime-Favorites: RoboCop von Paul Verhoeven.

Polizist Alex Murphy wird in ein anderes Revier von Old Detroit versetzt, wo sich die skrupellose Bande von Clarence Boddicker austobt, die bereits mehrere Polizisten auf dem Gewissen hat. Alex wird bei Verfolgung der Gangster schwer verwundet und seine Partnerin Lewis muss mit ansehen, wie er regelrecht gefoltert und zum Sterben zurückgelassen wird.

OCP – der Konzern, der die örtliche Polizei unter seiner Fuchtel hat, will mit einem neuen Projekt Namens „ED 209“ Androiden kreieren, die die Polizei im Alltag unterstützen sollen. Nach einem gescheiterten Test wird das Ersatzprojekt „RoboCop“ umgesetzt. Der tote Alex kommt dem Konzern als „Versuchskaninchen“ grade recht, und kurz darauf kümmert sich ein neuer Cop in den Straßen von Old Detroit um Recht und Ordnung.

RoboCop kommt als typischer Actionfilm daher, dem auch ein kleiner Sci-Fi-Aspekt bzw. eine Art Dystopie und auch eine Rachestory innewohnt. Die Effekte von Rob Bottin – der auch für John Carpenters „The Thing“ verantwortlich war, sind extrem gut gealtert und das Kostüm von RoboCop strahlt wirklich einen Hauch von Stahl aus.

RoboCop war übrigens mein erster 18er-Film, den ich damals zwischen acht und zehn Jahren das erste mal auf VHS erblickte. Nach wie vor ist er einer meiner liebsten Filme, der bei mir aus sentimentalen Gründeneinen extrem hohen Stellenwert hat, der aber auch heute rein technisch gesehen nicht zu verachten ist.


Tanz der Teufel (1981)

[Jan] Eine Gruppe Jugendlicher plant einen gemütlichen Kurzurlaub in einer abgelegenen Waldhütte irgendwo in Tennessee. Dort angekommen, durchstöbern sie sofort das Haus und stoßen in einem düsteren, verschlossenen Keller auf ein altes Buch; das Necronomicon Ex-Mortis. Die Gruppe befreit das in Menschenhaut gebundene Schriftwerk zusammen mit einem alten Tonbandgerät aus den Tiefen des Kellers. Neugierig versuchen sie, den Inhalt zu entziffern, ohne sich der Folgen bewusst zu sein – denn die Beschwörungsformeln, die vom Tonband erklingen, entfesseln eine dämonische Kraft, die sich der Körper der ahnungslosen Gruppe bemächtigt und schließlich mit Ash (Bruce Campbell) auf ihren vermeintlich unangenehmsten Gegner trifft.

Mit Tanz der Teufel erschuf Regisseur Sam Raimi einen unangefochtenen Klassiker, der trotz seines geringen Budgets eine atmophärische Explosion erzeugte, die uns auch noch heute den Atemn stocken lässt. Mit Ash Williams – dem Helden, der eigentlich gar keiner sein möchte – kreierte man eine Kultfigur, die bis heute ihresgleichen sucht. Ein schauriges Setting, fantastische Effekte und überragend agierender Bruce Campbell machen Tanz der Teufel zu einem fantastischen Horrorfilm, der auch nach über drei Jahrzehnten nichts an Wirkung eingebüßt hat!


Radio Rock Revolution (2009)

[Jörg]  Wir schreiben das Jahr 1960: Rockmusik wird in dieser Zeit von der britischen Regierung als verwerflich und schmutzig angesehen und daher von allen Radiostationen in Großbritannien verbannt. Nur ein kleiner Piratensender, auf einem Schiff inmitten der Nordsee, stellt sich dagegen und sendet auf seiner Kurzwelle Rockmusik – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Das kann die Regierung natürlich nicht hinnehmen und schickt ihren besten Mann, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Doch die Crew des „Radio Rock“ ist mit allen Wassern gewaschen.

Was soll ich sagen – Radio Rock Revolution ist ein Feel-Good-Movie durch und durch, den ich mittlerweile so oft gesehen habe, dass ich quasi mitsprechen kann! Angereichert mit unglaublich viel Humor, dem Herz am rechten Fleck, einem atemberaubend großartigen Cast rund um Nick Frost, Philipp Seymour Hoffmann sowie Bill Nighy und einem Soundtrack mit Ohrwurm-Garantie, ist es also kein Wunder, dass ich diesen Film zu meinen absoluten Lieblingen zähle. Radio Rock Revolution kann ich immer gucken – obgleich ich krank, traurig, aufgedreht oder einfach happy bin. Dass ich den Film beim ersten Date mit meiner wundervollen Frau gewählt habe, dürfte also wenig überraschen.

Von daher: ein Hoch auf den Rock’N Roll und der Crew des „Radio Rock“!


Der Pate (1972)

[Andreas] Francis Ford Coppolas Drama Der Pate nach dem Roman von Mario Puzo erzählt die Geschichte einer sizilianischen Einwandererfamilie, deren Familienoberhaupt Vito Corleone das Oberhaupt eines Mafiazweiges ist, der sogenannte Pate. Durch einen Mordanschlag auf seinen geliebten Vater gerät auch der jüngste Sohn Michael in das mörderische Geschäft.

Der Film besticht durch seinen exzellenten Cast, sei es Al Pacino, James Caan, Robert Duvall, Diane Keaton oder natürlich Marlon Brando. Dabei ist der Verlauf des Films eher ruhig und vermittelt glaubhaft den engen Zusammenhalt der Familie, aber auch deren Skrupellosigkeit, denn die gezeigten Morde sind sehr explizit dargestellt. Michaels moralischer Verfall ist sehr nachvollziehbar und hinterlässt einen gewollten bitteren Geschmack. Die Filmmusik von Nino Rota ist mittlerweile legendär, das „Godfather-Theme“ dürfte hier das allgegenwärtigste sein.

Zu Recht wurde dieser Film mit drei Oscars belohnt und zählt allgemein zu den besten Filmen aller Zeiten!

Bildquelle Titelbild: annca, Pixabay

Friederike

Friederike

Admin und Autor bei Film und Feder
Warum ich über Filme schreibe? Weil Freude wächst, wenn man sie teilt!
Als jemand, der Filme häufig alleine schaut, fehlte mir oft der Austausch nach dem Abspann - die Diskussion kontroverser oder unklarer Aspekte, die Hoffnung, dass mein Gegenüber meine Lieblingsszene genau so mochte wie ich und manchmal auch nur das schamlose Schwärmen über den Hauptdarsteller. Das Veröffentlichen meiner Gedanken zum Film ermöglicht mir diesen Austausch mit einer großen Anzahl an Menschen, die das Medium ebenso lieben, wie ich.
Friederike

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