Frozen Ground

Unsere Top 7 der besten Nicolas Cage-Rollen

Kaum ein Schauspieler polarisiert so sehr und kann so viele grundverschiedene Rollen in seiner Biographie aufweisen wie Nicolas Cage. Ob Drama oder Komödie, Horror- oder Actionfilm – Cage ist kein Genre fremd, und während er häufig des Overactings beschuldigt und bezüglich der Auswahl seiner Rollen belächelt wird, so steht dennoch außer Frage, dass der Oscargewinner einer der vielseitigsten Schauspieler Hollywoods ist.

Wir widmen ihm daher eine Top 7 unserer persönlichen Nicolas Cage-Lieblingsrollen!

Wer noch mehr über den wandelbaren Darsteller erfahren möchte, dem legen wir unser Portrait ans Herz.


7. Kick-Ass (2010)

[Flo] Mit Kick-Ass schuf Matthew Vaughn, Komplize und „best buddy“ von Guy Ritchie, eine Comicverfilmung der etwas anderen Art, mit Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz und Nicolas Cage in den Hauptrollen.

Taylor-Johnson verkörpert darin den Comic-Nerd Dave Lizewski, der eines Tages beschließt, aus seiner grauen, unscheinbaren Existenz herauszutreten und ein Superheld zu werden – blöderweise ohne jegliche Superkräfte. Glücklicherweise findet er Verbündete in Big Daddy (Cage) und Hit-Girl (Moretz).

Wer hier jedoch bei einer Comicverfilmung die volle Ladung an Crazy Nic erhofft, könnte vielleicht enttäuscht werden, denn Cage als Batman-Epigone ist hier als tragischer Held in erster Linie das emotionale Zentrum des Films und bietet damit eine seiner besten Leistungen des 21. Jahrhunderts.


6. Nur noch 60 Sekunden (2000)

[Friederike] Memphis Raines (Nicolas Cage) hat dem Gaunerleben den Rücken zugekehrt. Ehemals als legendärer Autodieb berüchtigt, fristet er mittlerweile ein ruhiges und vor allem legales Dasein – bis der Besuch eines Freundes aus der Vergangenheit seinem Ruhestand ein jähes Ende bereitet. Um seinen jüngeren Bruder Kip (Giovanni Ribisi) aus der Klemme zu befreien, muss Memphis den scheinbar unmöglichen Coup landen und 50 Luxusautos innerhalb einer Nacht stehlen…

Der rasante Actionfilm aus dem noch jungen Jahrtausend gilt schon heute als Klassiker. Kein Wunder – schöne Autos, gepaart mit einem spielfreudigen und gut aufeinander abgestimmten Ensemble (u.a. Angelina Jolie, Timothy Olyphant, Christopher Eccleston und Robert Duvall) sind eine ziemlich treffsichere Erfolgsformel. Dass Regisseur Dominic Sena vor diesem Film hauptsächlich Musikvideos inszeniert hat, erkennt man in den knackigen Actionsequenzen wieder. Ansonsten erinnern Kameraführung, Farbgebung und die Art des Humors an frühere Werke von Michael Bay – und zwar im besten Sinne! Also eher Armageddon oder Bad Boys als Transformers Teil 14, was sicher auch Produzent Jerry Bruckheimer geschuldet ist. Cage mimt den Anführer der Autoknackerbande mit viel Know How und einer sehr emotionalen Beziehung zu sowohl seinem Bruder als auch zu „Eleanor“, dem Auto, gewohnt charismatisch und mit genau dem richtigen Maß an klassisch „Cage-esquen“ Overacting.

Nur noch 60 Sekunden ist ein Muss für Cage-Fans, Autoliebhaber und alle Freunde von Actionfilmen mit einer guten Portion Humor!


5. Lord of War – Händler des Todes (2005)

[Co] „Es befinden sich weltweit über 550 Millionen Schusswaffen im Umlauf. Das heißt, auf diesem Planeten hat jeder zwölfte Mensch eine Schusswaffe. Das führt zu der einen Frage: Wie bewaffnet man die anderen elf?“ Mit dieser makaber-komödiantischen Einlage eröffnet Nicolas Cage den Film rund um das Waffenhandelsgeschäft. In seiner Rolle des Yuri Orlov zwingt er uns charmant zu dem ein oder anderen Schmunzeln, während man im Hinterkopf doch manchmal verschleiert, wie viel Realität der Drama-Thriller bietet.

Kritisch behandelt Lord of War verschiedenste Sichten und Aspekte des Geschäfts, wobei Nicolas Cage die Zuschauer einmal mehr um den Finger wickelt – als grandioser Geschäftsmann, der Spaß an seinem Beruf hat, als verzweifelter Migrant, der doch nur eine bessere Zukunft für sich und seinen Bruder erreichen möchte und als Suchtopfer, das sich im Laufe der Zeit immer ein Stück mehr selbst verliert, in Drogen, Alkohol und Sex. Mitreißend, wahr und dramatisch in jeglicher Hinsicht!


4. Con Air (1997)

[Alex] Cameron Poe, (Nicolas Cage) hochdekorierter Army Ranger, tötet im Streit einen Mann, um seine schwangere Frau zu beschützen. Poes Strafverteidiger bieten ihm die Chance, sich zugunsten einer Haftverkürzung schuldig zu bekennen, was er nur widerwillig annimmt. Da der Richter allerdings aufgrund Poes Spezialausbildung der Auffassung ist, dass er eine Gefahr für seine Mitmenschen darstellt, wandert Poe für mehrere Jahre hinter Gitter.

Nach dieser langen Zeit ist Poe nun endlich auf dem Heimweg zu seiner Familie – Transportmittel? Ein Flugzeug voller Schwerverbrecher, die ihre Flucht planen.

Simon Wests erster von Jerry Bruckheimer produzierter Film strotzt vor geradliniger, explosiver und schneller Action, hat einen Hang zum schwarzen Humor und wartet mit vielen bekannten Gesichtern auf, wie John Malkovich, Ving Rhames, Steve Buscemi, David Chappelle, Danny Trejo und John Cusack, wovon alle bis auf Cusack mehr oder minder schwere Verbrecher verkörpern.

Neben The Rock – Fels der Entscheidung und Face/Off der letzte 100% Actionfilm von Nicolas Cage, den man zumindest einmal gesehen haben sollte!


3. 8mm – Acht Milimeter (1999)

[Jan] Der US-Thriller von Joel Schumacher beschäftigt sich mit sogenannten Snuff-Filmen und schickt uns auf Erkundungstour durch die abgründigen Tiefen der Menschlichkeit. Der Privatdetektiv Tom Welles (Nicolas Cage) bekommt einen ungewöhnlichen Auftrag: Als die reiche Witwe Mrs. Christian den Nachlass ihres Mannes durchsucht, findet sie einen ungewöhnlichen Super-8-Film. Was darauf zu sehen ist, ist kaum in Worte zu fassen… . Tom bekommt den Auftrag, Nachforschungen anzustellen und die Aufnahmen auf ihre Echtheit zu prüfen. Ein Job, den der Privatdetektiv lieber nicht angenommen hätte…

„Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel – der Teufel verändert Dich!“ – ein Zitat, das wohl jedem Filmliebhaber bekannt sein dürfte. Mit 8mm liefert uns Regisseur Schumacher einen Thriller ab, der mit Nicolas Cage in der Hauptrolle eine Thematik verfolgt, die uns einen Schauer über den Rücken zu jagen weiß. Knallhart, spannend und erschreckend inszeniert, führt uns ein überragend aggierender Nic Cage durch ein zweistündiges Schreckensszenario, das uns das Blut in den Adern gefrieren lässt!


2. The Rock

[Jörg]   Bevor sich Michael Bay, der alte Knallkörper, auf die Materialschlacht sich prügelnder Riesenroboter spezialisiert hat, konnte man davon ausgehen, dass er sich zwar nicht mehr Zeit genommen, sich aber immerhin mehr Mühe mit seinen Filmen gegeben hat. Das beste Beispiel dazu ist der 1996er Sommer-Blockbuster The Rock – Fels der Entscheidung mit Nicolas Cage, Sean Connery und Ed Harris in den Hauptrollen. Ein Actionkracher, der sich zwar teilweise ein klein wenig zu ernst nimmt, aber schlussendlich auf der ganzen Linie punktet.

Von schmerzenden Gesichtern, bleihaltigen Schießereien, wilden Verfolgungsjagden durch die Straßen San Franciscos via quietschgelben Hummer bis hin zu den Bay-typischen Explosionen gibt es alles, was das Herz begehrt! Und wenn Nicolas Cage versucht, sich mit einem Veteranen wie Sean Connery zu messen, bleibt garantiert kein Auge trocken. Kein Wunder – hat doch Quentin Tarantino höchstselbst Hand an das Drehbuch gelegt, auch, wenn er dafür leider keine namentliche Erwähnung erhalten hat.


1. Face/Off – Im Körper des Feindes (1997)

[Andreas] In John Woos (A Better Tomorrow) dritten amerikanischen Film Im Körper des Feindes konnte der Action-Regisseur zwei erstklassige Schauspieler vereinen: John Travolta und Nicolas Cage. Vereinen im wahrsten Sinne des Wortes, denn die beiden spielen Erzfeinde – Travolta einen FBI-Agenten und Cage einen Terroristen, die sich gegenseitig herzlich hassen und durch extreme Umstände dazu gezwungen werden, die Identität des anderen anzunehmen – inklusive Gesichtstausch.

Im Endeffekt spielt dann Travolta Cage, der Travolta spielt und Cage Travolta, der Cage spielt – klingt kompliziert… ist es auch, denn im Körper des Feindes zu leben, verlangt einem alles ab und führt natürlich zu allerlei Verwicklungen! Das alles wird garniert mit perfekt choreografierten Actionszenen, für die Woo zu Recht berühmt ist und da der Regisseur auf zeitgenössische Effekte weitestgehend verzichtete, dafür auf eine gute Story und top Schauspieler setzte (wunderbar: Cages manisches Spiel), ist der Film auch nach über 20 Jahren noch ein absoluter Meilenstein des Actionkinos!

Bildquelle Titelbild: Frozen Ground – Eisiges Grab  © Universum Film

Friederike

Friederike

Admin und Autor bei Film und Feder
Warum ich über Filme schreibe? Weil Freude wächst, wenn man sie teilt!
Als jemand, der Filme häufig alleine schaut, fehlte mir oft der Austausch nach dem Abspann - die Diskussion kontroverser oder unklarer Aspekte, die Hoffnung, dass mein Gegenüber meine Lieblingsszene genau so mochte wie ich und manchmal auch nur das schamlose Schwärmen über den Hauptdarsteller. Das Veröffentlichen meiner Gedanken zum Film ermöglicht mir diesen Austausch mit einer großen Anzahl an Menschen, die das Medium ebenso lieben, wie ich.
Friederike

3 Kommentare

    1. Weil die aufgrund des Spamfilters erst einmal freigegeben werden müssen und an diesem sonnigen Samstag alle „FuFfies“ lieber das Wetter genossen haben, als am Rechner zu sitzen. Aber nu sind sie da, alle beide. 😊
      Zu Deiner Frage: Wir haben zu siebt abgestimmt und dann Punkte vergeben, je nachdem, wie häufig und hoch in den persönlichen Toplisten welcher Film aufgetaucht ist. Leaving Las Vegas ist dadurch haarscharf an der Top 7 vorbeigeschlittert, und auch Bad Lieutenant war knapp. Das zeigt sehr deutlich, wie viele tolle Filme Cage im Laufe der Zeit gedreht hat – entgegen der landläufigen Meinung Vieler…
      Vielleicht machen wir ja nochmal irgendwann nen zweiten Teil. 😉
      [Friederike]

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