Review: Der Pate (1972)

Francis Ford Coppolas Drama „Der Pate“ nach dem Roman von Mario Puzo erzählt eine Familiengeschichte: Die sizilianische Einwandererfamilie Corleone ist stark mit der Mafia verflochten.

La famiglia

Der Don

Das Familienoberhaupt Vito Corleone ist sogar das Oberhaupt eines Mafiazweiges, der sogenannte Pate. Sein jüngster Spross Michael, der gerade vom Armeedienst zurückkommt, möchte alles – nur nicht in die, gelinde gesagt, zwielichtigen Familiengeschäfte verwickelt werden, sondern seine Freundin Kay heiraten und eine eigene Familie gründen. Doch durch einen Mordanschlag auf seinen geliebten Vater wird auch er in den Strudel aus Mord, Verrat und Vergeltung gesogen.

Die Schauspieler

Coppola arbeitete bei der Erstellung des Films sehr eng mit Puzo zusammen und konnte fast durchgehend auf Spitzenschauspieler zugreifen, wie Al Pacino, James Caan, Robert Duvall, Diane Keaton und natürlich Marlon Brando. Dabei ist besonders Michaels Wandlung vom Paulus zum Saulus hervorzuheben:  Ist er zu Beginn des Films noch ein idealistischer junger Mann, der auf keinen Fall etwas mit den Mafia-Machenschaften seiner Familie zu tun haben möchte, wird er im Laufe der Handlung immer kälter, berechnender und brutaler. Herausragend ist auch Brandos Leistung; seine Darstellung als Familienpatriarch wurde oft kopiert, aber selten erreicht – er strahlt gleichzeitig Würde, Erhabenheit, Familienverbundenheit und ein herrschaftliches Wesen aus. Fun Fact: Um insgesamt etwas bulliger auszusehen, stopfte sich Brando Watte in die Backen!

Das Meisterwerk

Michael und Kay Der Film ist insgesamt eher ruhig erzählt, unterbrochen von ziemlich deutlichen und grausamen Morden. Die etwas gedämpfte Helligkeit und die blassen Farben verleihen „Der Pate“ einen schmutzigen und alten Touch. Trotz aller Grausamkeiten konnte Coppola in seinem Film die enge Familienverbundenheit der Corleones vermitteln, sodass man Michaels Rachefeldzug in gewisser Weise nachvollziehen kann.

Die traumhafte Filmmusik von Nino Rota, aus der der „Godfather-Theme“ wohl das bekannteste Stück ist, vereint Tragik und Sehnsucht gleichermaßen. Der Film erhielt unter anderen den Oscar für den besten Film und Marlon Brando den Oscar als bester Hauptdarsteller. Den lehnte er aber ab, um auf die schlechte Behandlung der amerikanischen Ureinwohner hinzuweisen.

Fakten und Bewertung

Originaltitel: The Godfather
Land: USA
Laufzeit: 175 Minuten
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
Cast: Marlon Brando, Al Pacino, James Caan
IMDb: 9.2
FSK: ab 16 Jahren
Release: Auf DVD, Bluray und als Stream
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: Der Pate © CIC
Andreas

Andreas

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Andreas Lehmler und Filme beschäftigen mich schon fast mein ganzes Leben. Mit all den Filmverrückten hier denke ich, dass wir euch das Medium Film auch mal von ungewohnten Seiten näherbringen können.
Andreas

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