Unsere Top 7 der besten Liam Neeson-Rollen

Von Oskar Schindler in Schindlers Liste über Qui-Gon Jinn in Star Wars Episode 1 bis hin zum Actionhelden Bryan Mills in 96 Hours – Liam Neeson stellte seine schauspielerischen Fähigkeiten schon in sämtlichen Genres unter Beweis und zeigt, dass seine erfolgreiche Karriere nicht umsonst seit nunmehr fast 40 Jahren anhält. Für uns Grund genug, um uns des in Nordirland geborenen Schauspielers anzunehmen und unsere Top 7 seiner besten Rollen zu küren. Viel Spaß!


7. Rob Roy

[Alex] Rob Roy ist ein Film über „Robert Roy MacGregor“, den schottischen Clansmann und Volkshelden aus dem frühen 18. Jahrhundert, der auch gern der „schottische Robin Hood“ genannt wird. Der Film konzentriert sich eher auf die Geschichten, die sich um die Figur ranken als auf wahre Ereignisse. Regie führte Michael Canton-Jones (Doc Hollywood, Der Schakal, Basic Instinct 2). Neben Neeson darf man noch einige weitere hochkarätige Schauspieler in diesem Historiendrama bewundern, wie z.b John Hurt, Tim Roth, Brian Cox, Eric Stoltz und Jessica Lange.

Kilts, Schwerter und den Schwur nach Rache – Robert Roy MacGregor legt sich nach einer Reihe schwerer Schicksalsschläge mit dem Adel an, was für alle Beteiligten blutig endet.
Der Film zog zwaran den Kinokassen gegenüber dem fast zeitgleich erschienenen „Braveheart“ den Kürzeren, doch ist es gerade die Darstellungen von Lim Neeson, Jessica Lange und Tim Roth zu verdanken, dass dieser an „Robin Hood“ erinnernde Abenteuerfilm nicht gänzlich unterging. Neeson zeigt hier erstmals seine finstere Seite und überzeugt als gebrochener, aber nicht verlorener Mann, in dem die Wut brennt. Der Wandel vom liebevollen Ehemann und respektablen Anführer seines Stammes zum knallharten Badass, der sich nur mittels seines Schwertes durchzusetzen vermag, wirkt absolut glaubhaft und bleibt durchaus auch nach dem Abspann im Gedächtnis. Und eines muss man Liam Neeson im Vergleich zu Mel Gibson lassen: Immerhin hat ER gelernt, schottisch zu sprechen!


6. Darkman

[Flo] Darkman drehte Sam Raimi zwischen den zwei Sequels zu Tanz der Teufel und zollt dabei den Universal Monsters wie auch dem Superheldengenre Tribut. Darkman erinnert entsprechend auch stark an Filme wie „Der Unsichtbare“ oder auch „Das Phantom der Oper“.

Liam Neeson mimt hier den titelgebenden Darkman, respektive dessen Alter Ego Peyton Westlake. Westlake ist ein genialer Wissenschaftler, der auf Grund eines Überfalls in den Flammen seines Labors schwer verletzt wird und totgeglaubt sowie entstellt an den Verantwortlichen Rache nimmt.

Neesons Leistung in Darkman muss man im Kontext der komplett überzogenen, comicartigen Inszenierung sehen, die zwar nicht ganz so knallig ist wie Burtons Batman-Filme, aber durchaus mit seinen überzeichneten Charakteren und cheesy Dialogen zum Overacting einladen. Der damals 38-jährige Neeson spielt dies herrlich theatralisch und macht Raimis Darkman erst zu dem wundervollen Spaß, der nach wie vor nichts von seinem Charme verloren hat.

Ein Film aus Liam Neesons früher Schaffensphase, den man unbedingt gesehen haben sollte!


5. Tatsächlich… Liebe

[Friederike] Daniel (Liam Neeson) muss den Tod seiner Frau verarbeiten, versucht aber, für seinen Stiefsohn Sam (Thomas Sangster) stark zu bleiben, der gerade zum Waisen geworden ist. Seine Stimmung schwankt anfangs zwischen frischer Trauer und Verunsicherung über seine neue Rolle als alleinerziehender Vater, allerdings offenbart sich Sam ihm nach einigen Wochen mit einem sehr akuten Problem – er ist in seine Klassenkameradin verliebt. Prompt ist eine Mission gefunden, die Daniels Alltag einen neuen Sinn gibt: Sam lernt Schlagzeug, um beim Weihnachtskonzert der Schulband die Aufmerksamkeit seiner Angebeteten zu erregen. Und dann trifft Daniel auch noch eine Frau, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit Claudia Schiffer hat…

Als Schauspieler in einem Ensemblefilm aufzufallen, ist nicht leicht – erst recht nicht, wenn der einen so großen und namhaften Cast vorweisen kann wie Tatsächlich… Liebe. Neeson jedoch ist es gelungen, Daniel trotz kurzer Screentime Leben einzuhauchen und einen sympathischen, dreidimensionalen Charakter zu schaffen, dessen Stiefsohn ihm in gewisser Weise hilft, seinen Verlust zu verarbeiten und ihm Momente der Freude inmitten der Trauer beschert. Eine warmherzige Performance von Neeson!


4. Batman Begins

[Jörg] Neeson spielt im erstem Teil von Christopher Nolans Dark Knight Trilogie Ra’s-Al Ghul, den Kopf der Terrororganisation „Die Gesellschaft der Schatten“, die aus ausgebildeten Killern besteht. Getreu der Vorlage schafft es Neeson, dank des hervorragenden Drehbuchs Nolans, der Figur einen realistischen und teils erhabenen Touch zu verleihen. Quasi als Mentor und Manipulator gegenüber dem von Christian Bale verkörperten Bruce Wayne (aka Batman), zeigt der irische Darsteller, wieviel er in diese Rolle einbringen kann. Aufgrunddessen schafft es Neeson, dem Zuschauer bis zu einem bestimmten Punkt in dem Glauben zu lassen, er handle in guter Absicht. (Fans des dunklen Ritters wussten natürlich besser Bescheid). Damit ist Ra’s-Al Ghul auch eine der wenigen Ausnahmen, in der der Darsteller die Position des Bösewichts einnimmt.


3. 96 Hours (Taken)

[Co] „I don’t know who you are, but I will find you, and I will kill you.“
Wer bei diesem Zitat nicht sofort an einen mit bedrohlich ruhiger Stimme telefonierenden Liam Neeson denkt, hat den Film wohl schlichtweg nicht gesehen – genauso wenig wie die ganzen Memes, die dazu im Internet kursieren. Wen Herr Neeson hingegen nicht gesehen hat, sind die Entführer seiner 17-jährigen Tochter, die eigentlich mit einer Freundin einen Europatrip geplant hatte, beginnend in Paris. Gut, dass diese Entführer genau dann in das Hotel einbrechen, wenn Papa nachtelefoniert, ob die zwei Mädels gut angekommen sind! So kann er nämlich seiner Tochter Anweisungen geben, was sie ihm mitteilen soll, um mit Hilfe dieser Informationen und gemeinsam mit seinen ehemaligen Geheimdienstkollegen die Jagd zu eröffnen.

96 Hours ist vollgepackt mit Emotionen, Gewalt und Befriedigung jeglicher Vaterkomplexe. Man erwischt sich selbst dabei, wie man seine eigenen Moralvorstellungen überdenkt und sich darauf freut, mit wieviel Abscheu und Hass in den Augen Liam Neeson seinen Gegnern begegnet und wieviel Sanftmütigkeit und Liebe er seiner Familie entgegen bringt.


2. The Grey

[Jan] John Ottway arbeitet als Jäger für eine Ölförderungseinrichtung in Alaska. Seine Aufgabe ist es, wilde Tiere fern zu halten und die Arbeiter vor Angriffen zu schützen. Als der gebrochene Mann, dem der Tod seiner Frau noch immer merklich zu schaffen macht, eines Tages den Rückflug aus der Einrichtung antritt, stürzt die Maschine kurz nach dem Start in der eisigen Wildnis ab. Eine kleine Gruppe, Ottway inklusive, überlebt den Absturz. Doch die Kälte scheint nicht der einzige Feind zu sein, dem die Männer entgegentreten müssen: Dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen, scheint die Gruppe mitten in das Jagdrevier eines Wolfrudels geplatzt zu sein. Von nun an beginnt ein Kampf ums Überleben.

Liam Neeson schlüpft in die Rolle des John Ottway, ein trauernder Mann, dessen Lebenswillen am seidenen Faden zu hängen scheint. Mitreißend, empathisch und absolut authentisch verfolgen wir Neeson, wie er alles daran setzt, seine Kollegen durch die beeindruckende, atmosphärische Wildnis zu führen. Eine durchweg spannende Geschichte, die uns durch die eisige Landschaft Alaskas führt. Ein actionreiches Erlebnis, das jeder Neeson-Fan gesehen haben sollte.


1. Schindlers Liste

[Andreas] Schindlers Liste befasst sich mit dem wohl düstersten Kapitel der deutschen Geschichte: der systematischen Vernichtung der deutschen Juden durch die Nazis. Umso skeptischer waren die Leute, als ausgerechnet Steven Spielberg, eher bekannt für Wohlfühl-Popcornkino fürs Herz, sich diesem Thema annahm – und lagen mit ihren Befürchtung allesamt falsch, denn Spielberg hat mit seinem übergroßen Talent einen Film erschaffen, der gleichzeitig das Herz berührt und aufgrund der erschütternd brutalen Szenen den Menschen bis ins Mark fuhr. Liam Neeson, hier in der Rolle des titelgebenden Oskar Schindler und vorher eher unbekannt, gab seiner Figur eine gehörige Portion Realismus und Menschlichkeit mit, sodass man Schindlers Wandlung vom Saulus zum Paulus jederzeit nachfühlen kann. Zurecht wurde Neeson quasi über Nacht in die A-Liga der Hollywoodschauspieler katapultiert und Spielbergs Film jahrelang Teil des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen.

 

Bildquelle Titelbild: Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones  © Universum Film

Jan

Jan

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Jan und ich möchte euch zukünftig, zusammen mit meinen fabelhaften Mitstreitern, mit persönlichen Eindrücken und Meinungen zur vielfältigen Filmkunst versorgen. Als großer Fan des Horrorkinos, besonders der alten Schule, diskutiere ich immer gerne mit meinen Mitmenschen über das, was mir ein gesehenes Werk mitgibt. Schon seit vielen Jahren bin ich Fan von allem, was mir einen Schauer über den Rücken jagt. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich mich vor anderen Genres verschließe, denn was gibt es schöneres als die bunte Vielfalt der filmischen Kunst. 🙂
Jan

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