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Filmmusik Top 10: Die besten Musical-Gesangsszenen

Sie begeistern Millionen, ob auf der Bühne oder auf der Leinwand: Musicals! Hier ist meine Top 10 der besten Gesangsszenen aus Musicalfilmen.


Ich liebe Theater! Ganz besonders liebe ich Musiktheater – die bunten Spektakel, die großen Tanznummern, die mitreißenden Songs. Viele von ihnen sind im Laufe der Jahrzehnte zu Evergreens geworden, die jeder kennt; die Melodien aus Andrew Lloyd Webbers Werken wie Cats oder dem Phantom der Oper zum Beispiel kann fast jeder mitsummen. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass ich Musicalverfilmungen und Filmmusicals besonders gern habe. Der Unterschied? Ganz einfach: Musicalverfilmungen sind die Filmversion eines schon bestehenden Bühnenstücks, Filmmusicals wurden extra für die Leinwand geschrieben (und finden teilweise hinterher den Weg auf die Bühne).

Diese Liste ist die bisher schwierigste für mich gewesen; das (Aus-)Sortieren war eine Tortur! Viele von Euch werden beim Lesen die Stirn in Falten werfen und kritisch anmerken, was alles fehlt. Diese Rubrik schreit bereits jetzt nach einem zweiten Teil, den ich sicher irgendwann einmal nachlegen werde. Bis dahin: Sorry, Grease, verzeih‘ mir, Chicago, es tut mir leid, West Side Story! Auch den zahlreichen animierten Filme widme ich mich ein anderes Mal.

Also, dreht die Lautsprecher auf und genießt die Show!

Da hier Filmausschnitte gezeigt werden, die durchaus wichtige Passagen eines Films darstellen können, gilt ab hier ein dicker, fetter SPOILER-ALARM!


10) Tumbling Down – Velvet Goldmine (1998)

Todd Haynes‘ trotz Star-Besetzung leider recht wenig beachtetes Pop-Märchen erzählt die Geschichte von Journalist Arthur Stewart (Christian Bale), der im Jahr 1984 für einen Artikel Nachforschungen über den Verbleib seines musikalischen Jugendidols Brian Slade (Jonathan Rhys Meyers) anstellt, einem schillernden Star am Glam-Rock-Himmel der 70er Jahre, der aus Publicity-Gründen seinen eigenen Tod vortäuschte und danach untertauchte. Auf seiner Suche nach seinem ehemaligen Idol trifft Arthur diverse Weggefährten des Sängers, wie etwa Exfrau Mandy (Toni Collette), die ihm von Slades Weg zum Ruhm, seinem ausschweifenden Leben als Star und auch von seiner Beziehung mit Rocksänger Curt Wild (Ewan McGregor) erzählt…

Parallelen zum Leben und Werk von David Bowie, Iggy Pop und weiteren musikalischen Zeitgenossen sind in Velvet Goldmine nicht zu leugnen. Die Musik besteht zum Teil aus Coverversionen und zum Teil aus eigens für den Film komponierten Songs, die von Slade und seiner fiktiven Band Venus in Furs gespielt werden. Während namhafte Künstler wie Bryan Ferry, Thom Yorke, Placebo und Pulp am Soundtrack beteiligt waren, greifen auch Jonathan Rhys Meyers und Ewan McGregor selber zum Mikrofon.

Ich habe Velvet Goldmine zum ersten Mal nur zufällig gesehen. Der Pay-TV-Sender „Sky“, der damals noch „Premiere“ hieß, bot ab und zu als Werbemaßnahme ein Wochenende lang unverschlüsselten Einblick in sein Programm. Beim schlaflosen Zappen geriet ich nachts an einem solchen Wochenende in den Vorspann dieses Films, der mich bereits so faszinierte, dass ich nicht mehr wegschalten konnte. Mein Platz Nummer zehn auf dieser Liste ist das glitzernde Finale: die verträumte Ballade „Tumbling Down“, die dieses psychedelische, wild-romantische und glamouröse Abenteuer abschließt.

9) Anything You Can Do – Annie Get Your Gun (1950)

Ein hierzulande eher weniger bekanntes musikalisches Schmuckstück aus der goldenen Hollywood-Ära ist Annie Get Your Gun, der 1946 am Broadway Premiere feierte, 1950 verfilmt wurde und Ende 1951 unter dem Titel Duell in der Manege in die deutschen Kinos kam.

Die Story basiert lose auf den wahren Begebenheiten rund um die Kunst-Scharfschützin Annie Oakley, die Ende des 19. Jahrhunderts durch ihr besonderes Talent in der berühmten „Buffalo Bill’s Wild West Show“ Aufsehen erregte. Ihre Geschichte sowie ihre Beziehung zu Frank Butler – ebenfalls Scharfschütze in der Show – wird in diesem Musical nacherzählt, wobei die Autoren den Schwerpunkt auf den kernigen Charakter Oakleys und die daraus resultierenden humorvollen romantischen Hürden zwischen ihr und Butler legten.

„Anything You Can Do“ ist einer der bekanntesten Songs des Stücks, in dem Annie und Frank darüber streiten, wer von beiden der bessere Schütze sei, was sich schnell auf diverse weitere Fähigkeiten ausdehnt und zu einem wahren Gesangsduell wird. Betty Hutton und Howard Keel harmonieren wunderbar miteinander und machen das Lied so zu einem komödiantischen Highlight. Besonders Bettys ausladende Mimik und Gestik bringen mich jedes Mal zum Lachen! Der Film wurde mit dem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet; Hutton gewann den Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin. Wer also die Chance hat, diese Musical-Perle zu sehen, sollte sie sich nicht entgehen lassen!

 

8) That’s How You Know – Enchanted (2007)

Noch so ein Film, der mir bei jedem Schauen ein Lächeln ins Gesicht zaubert! Enchanted („Verwünscht“) – gleichzeitig liebevolle Hommage und witzige Persiflage auf diverse Disney-Märchen mit einem klassischen Motiv: Giselle (Amy Adams) lebt friedlich in ihrer Zeichentrick-Welt und träumt von ihrer „einzig wahren Liebe“, Prinz Edward (herrlich dämlich: James Marsden). Doch dessen böse Stiefmutter macht ihr einen Strich durch die Rechnung und befördert Giselle durch ein Portal in unsere reale Welt, wo sie, völlig überfordert und eingeschüchtert, von Scheidungsanwalt Robert (Patrick Dempsey) gefunden und zur Sicherheit mit nach Hause genommen wird. Ab sofort bringt die quirlige und naive Giselle das Leben des zynischen Anwalts gehörig durcheinander und schlägt vor, Roberts angeschlagener Beziehung mit einer großen romantischen Geste auf die Sprünge zu helfen. Dies mündet in einer großen Gesangs- und Tanznummer inmitten des New Yorker Central Parks, mit der die enthusiastische Giselle den muffeligen Robert davon überzeugen will, dass es immer wert ist, für die wahre Liebe zu kämpfen!

Mit seinen zahlreichen Disney-Anspielungen, den Zeichentrick-Elementen und einem durchweg überzeugenden Ensemble ist Enchanted nicht nur ein toller Familienfilm, sondern macht auch Erwachsenen eine Menge Spaß!

 

7) Suddenly Seymour – Little Shop of Horrors (1986)

Hier wird es ein bisschen kompliziert: Wie genau lautet nun die Bezeichnung für die Verfilmung eines Musicals, das wiederum auf einem Film beruht? Roger Cormans B-Movie-Horrorkomödie Little Shop of Horrors aus dem Jahr 1960 (mit Jack Nicholson in einer kleinen, aber feinen Nebenrolle!) inspirierte das Musical, das 1982 in New York Premiere feierte. 1986 wiederum kam die Verfilmung dieser Musical-Fassung in die Kinos und verschaffte der Story um die riesige fleischfressende Pflanze endgültig Kultstatus.

Der unscheinbare Seymour (Rick Moranis) wird von seinem Adoptivvater und Chef des erfolglosen Blumenladens, in dem er arbeitet, ausgebeutet. Sein trister Alltag wird nur erhellt von Kollegin Audrey (Ellen Greene), für die er heimlich schwärmt, die jedoch mit einem sadistischen Zahnarzt (Steve Martin) liiert ist. Um den Laden zu retten, soll eine neue, ungewöhnliche Pflanze neues Publikum anlocken. Als Seymour erkennt, dass sich „Audrey II“, wie er sie getauft hat, von menschlichem Blut ernährt und rapide wächst, eskaliert die Situation. Seymour traut sich allerdings endlich, Audrey seine Liebe zu gestehen, die sich ihm im Gegenzug ebenfalls offenbart. Auch sie, die ihr Leben lang von Männern schlecht behandelt wurde, mochte Seymour schon seit langem, war jedoch stets davon überzeugt, einen so guten Mann nicht zu verdienen. Und so entstand eine der schönsten Balladen aus einer „Film-Musical-Verfilmung“ (oder wie auch immer man das jetzt nennen will), die ich kenne!

 

6) Audition (The Fools Who Dream) – La La Land (2016)

Das Zeitalter der Filmmusicals scheint lange vorbei zu sein. Außer in Disney-Filmen, Bollywood-Produktionen und Neuverfilmungen bekannter Klassiker (z.B. Chicago und Les Misérables) sieht man heutzutage keine Filme mehr, in denen Lieder ein integraler Bestandteil der Handlung sind und deren Darsteller zwischendurch völlig selbstverständlich anfangen zu singen und zu tanzen. Ihre Blütezeit hatten Musicalfilme vor allem in der „goldenen Ära“ Hollywoods, den 30er und 40er Jahren; eine Welle, die mit etwas Verzögerung ab etwa den 50er Jahren auch nach Deutschland schwappte, woraufhin zahlreiche eigene, populäre Produktionen von Heimat- und Schlagerfilmen entstanden. Das Genre etwas zynisch als „Heile-Welt-Filme“ zu verurteilen, gehört wohl leider in unsere Zeit, in der so viele Filmhandlungen und -dialoge von Ironie geprägt sind. Wie schön, wenn dann plötzlich ein Film daherkommt, der völlig unironisch diese „heile Welt“ des Musicalfilms aufleben lässt, in all seiner bunten, überschwänglichen und emotionalen Pracht!

Die Geschichte ist schnell erzählt: Schauspielerin Mia (Emma Stone) lernt Musiker Sebastian (Ryan Gosling) eines Nachts in einer Bar kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, doch ihre Beziehung zerbricht an den unterschiedlichen Vorstellungen von ihren Karrieren. Trotzdem überredet Sebastian die nach Misserfolgen desillusionierte Mia, an einem letzten Casting teilzunehmen. In dessen Zuge wird sie aufgefordert, eine Geschichte zu erzählen und entscheidet sich für die Erinnerung an ihre Tante, von der Mia lernte, wie wichtig es ist, zu träumen, zu lieben, zu leiden und seinen eigenen Weg zu gehen.

Während die Lieder in La La Land allesamt stark sind, so ist es ausgerechnet diese vergleichsweise unspektakuläre, ruhige Szene, die mich am meisten bewegte. Wer diesen modernen Klassiker noch nicht gesehen hat, sollte es unbedingt nachholen!

 

5) Mein Herr – Cabaret (1972)

Die Geschichte um die amerikanische Sängerin und Tänzerin Sally Bowles (Liza Minnelli) und ihre Beziehung zu Englisch-Doktorand Brian Roberts (Michael York) vor dem Hintergrund des Erstarkens der Nazis in Deutschland im Jahr 1931 ist eines der bekanntesten Musicals weltweit. Während der Film Cabaret zwar auf der Bühnenversion von 1966 basiert, wurden diverse Songs aus dem Stück nicht mit in den Film übernommen, sondern durch neu geschriebene Nummern ersetzt. Dass Liza Minnelli die perfekte Darstellerin für die Rolle der Sally war, mit ihrer Mischung aus Frivolität und Verwundbarkeit, Abgeklärtheit und Naivität, fand auch die Oscar-Jury und zeichnete sie mit dem Preis für die Beste Hauptdarstellerin aus – einer von acht Trophäen für den Film. Cabaret wurde übrigens vollständig in Deutschland gedreht – sowohl in den Münchner Bavaria Studios als auch für Außenaufnahmen rund um München und Berlin, in Sachsen und Schleswig-Holstein.

Während der titelgebende Song „Cabaret“ natürlich die berühmteste Nummer des Musicals ist und den tragischen Charakter Sallys wunderbar unterstreicht, ist es „Mein Herr“, der die Zuschauer – sowohl vor der Leinwand als auch im „Kit Kat Klub“, auf dessen Bühne Sally ihn präsentiert – zuerst mit ihr bekannt macht und in ihren Bann zieht. Verdammt sexy, mit einem Augenzwinkern und unglaublicher Körperbeherrschung hat Liza Minnelli mit ihrer Tanznummer auf dem Stuhl Generationen von Tänzerinnen inspiriert.

Was für eine Performance!

 

4) Feed the Birds – Mary Poppins (1964)

Ich kenne niemanden, der Disneys Märchen über das zauberhafte Kindermädchen mit dem fliegenden Regenschirm noch nie gesehen hat! Jeder von uns kennt die Geschichte von Mary Poppins (die großartige Julie Andrews), die das Leben der Familie Banks mit ihren unkonventionellen Methoden gehörig auf den Kopf stellt. Die Tanznummer zwischen den Schornsteinen über den Dächern Londons, der bunte Ausflug in einen Park voller Trickfiguren, das Aufräumen des Zimmers mit magischer Unterstützung oder die ungewöhnliche Teeparty an der Zimmerdecke – viele dieser Szenen und Lieder sind Euch sicher noch gut im Gedächtnis. Meine Lieblingsszene begründet sich darin, dass ich als Kind schon immer traurige Lieder am allerliebsten mochte. Sei es das Lied von den zwei Königskindern, das meine Mutter uns abends regelmäßig vorsingen musste oder eben hier, aus diesem Film, „Feed the Birds“.

Der strenge Familienvater George Banks ist ein humorloser Bankangestellter, der seine Kinder zu ernsten und vernünftigen Personen erzogen wissen will. Das Taschengeld von Sohn Michael – „two pence“ oder umgangssprachlich „tuppence“ – soll dieser gefälligst auf ein Sparkonto legen. Stattdessen erzählt Mary den Kindern zum Einschlafen die Geschichte einer alten Frau, die tagein, tagaus im Schatten der St. Paul’s Cathedral sitzt und für eben jenen „tuppence“ Vogelfutter verkauft und bringt den Geschwistern auf diese Weise den Wert von Mitgefühl und Wohltätigkeit näher.

Da es gemeinhin heißt, dass dieses Lied das Lieblingslied Walt Disneys war, befinde ich mich mit meinem Geschmack in guter Gesellschaft!

 

3) Happiness Is a Warm Gun – Across the Universe (2007)

Across the Universe, die Kontinente überspannende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs, besteht nicht nur ausschließlich aus Neuinterpretationen von Beatles-Songs – auch die Charaktere sind allesamt nach Figuren aus der Diskographie der „Fab Four“ benannt.

Jude (Jim Sturgess) verlässt seine Heimat Liverpool, um in den USA seinen Vater ausfindig zu machen, einen ehemaligen GI. Dort lernt er Max und dessen Schwester Lucy kennen, die es ihm sofort angetan hat. Max und Jude ziehen gemeinsam in eine Künstler-WG im Greenwich Village in New York; kurze Zeit später werden Jude und Lucy ein Paar. Als Max zum Wehrdienst eingezogen und nach Vietnam geschickt wird, beginnt Lucy, sich in einer radikalen Studentenbewegung zu engagieren; Jude hingegen versucht seine Gefühle eher in Kunstprojekten auszudrücken. Die beiden entfremden sich immer weiter voneinander, während die politische Situation überzukochen droht.

Across the Universe vereint die Liebesgeschichte der beiden Charaktere mit dem Trauma des Vietnamkriegs, den Rassenunruhen in Detroit, der Hippie-Bewegung und viel fabelhafter Musik. Sicher trägt auch der hohe Bekanntheitsgrad der Songs dazu bei, dass der Film einen emotional so sehr berührt, aber auch optisch hat er unheimlich viel zu bieten – die Cinematographie ist wunderschön!

„Happiness is a Warm Gun“ wurde auf dem 1968er Album „The Beatles“ veröffentlicht. Der Titel lehnt sich an eine Schlagzeile in einer Waffenzeitschrift an und wurde einige Jahre später von John Lennon mit den Worten kommentiert: „Ich dachte, was für eine fantastisch wahnwitzige Aussage – eine warme Waffe bedeutet, dass man gerade auf etwas geschossen hat!“ Im Film wird der Song von Max gesungen, der verletzt aus dem Krieg zurückgekehrt ist und sich im Krankenhaus seinen vom Morphium verursachten Halluzinationen hingibt. Salma Hayek ist hier in einer kleinen, aber feinen Gastrolle zu sehen. Sollte jemals ein Film über Kurt Cobain gedreht werden, ist Darsteller Joe Anderson für mich ein heißer Kandidat für die Hauptrolle!

 

2) Roxanne – Moulin Rouge (2001)

Baz Luhrmans Interpretation von Puccinis La Bohème ist ein bombastisches Spektakel, nach dessen Genuss man drei Tage lang Glitzer hustet und das diejenigen Zuschauer, die Velvet Goldmine noch nicht gesehen hatten, schockiert ausrufen ließ: „Ewan McGregor kann SINGEN?!“ Klar kann er das! Nicole Kidman übrigens auch. Die beiden spielen die Hauptrollen in der Tragödie um die Sängerin und Kurtisane Satine, dem Star des titelgebenden Moulin Rouge, und den jungen Dichter Christian, der sich in sie verliebt und sie aus ihrem Dasein befreien möchte. Doch Satine wurde nicht nur einem reichen Grafen versprochen, der im Gegenzug für ihre Zuneigung das angeschlagene Etablissement mit einer großzügigen Investition retten soll, sondern ist zudem todkrank – die Beziehung steht also unter keinem guten Stern. Unter dem Deckmantel eines von Christian geschriebenen Theaterstückes können er und Satine einige heimliche Momente der Leidenschaft genießen. Dass seine Geliebte aber, um die Fassade aufrecht zu erhalten, eine Nacht mit dem Grafen verbringen muss, erträgt der eifersüchtige Christian nicht.

Baz Luhrman setzte in seinem opulenten Musical Neuinterpretationen bekannter Songs ein, von Elton John über Madonna bis hin zu Fatboy Slim. Meine Lieblingsszene ist die Coverversion des Police-Klassikers „Roxanne“: Interpretiert als düsterer Tango und mit der Gänsehaut-verursachenden Reibeisenstimme von Jacek Koman, startet die Nummer als Warnung an Christian, niemals einer Kurtisane sein Herz zu schenken, da er ihr nie vertrauen können wird. Doch der Dichter, getrieben von seiner Eifersucht, folgt Satine zu ihrer Verabredung mit dem Grafen, woraufhin die Situation aus dem Ruder läuft…

 

1) Sweet Transvestite – The Rocky Horror Picture Show (1975)

Mein Top-Eintrag auf dieser Liste, die kitschige, blutige, sexy Hommage an die B-Movie-Horrorstreifen der 30er bis 60er Jahre dürfte jedem Leser bekannt sein. Einige von Euch haben sicher auch schon einmal an einem Screening der Musicalverfilmung teilgenommen, bei der das Publikum die makabre Feier auf der Leinwand mit zahlreichen Requisiten feucht-fröhlich unterstützt. Die Rocky Horror Picture Show ist einfach eine gigantische Party voller Sex, Mord und Kannibalismus, gespickt mit ein paar der eingängigsten Gesangs- und Tanznummern der Filmgeschichte!

Das frisch verlobte, konservative Paar Brad (Barry Bostwick) und Janet (Susan Sarandon) landet nach einer nächtlichen Autopanne im strömenden Regen vor den Pforten eines mysteriösen Schlosses. Dort ist offenbar gerade eine wilde Feier im Gange. Janet fühlt sich unwohl und drängt ihren Verlobten, lieber zu gehen, anstatt ein Telefon zu suchen, um den Pannendienst anzurufen – doch der Hausherr schneidet ihnen den Weg ab.

Tim Curry als Dr. Frank N. Furter ist einer der schillerndsten Charaktere der Showgeschichte! Nachdem er die Rolle bereits zwei Jahre vorher in der Bühnenversion des Stücks verkörpert hatte, bestand für die Macher des Films kein Zweifel daran, dass er auch hier den glamourösen, lasziven Transvestiten spielen musste.

Nicht nur ist „Sweet Transvestite“ die perfekte Vorstellung dieses großartigen Charakters – Tim Curry hat mit seinem Schlafzimmerblick, dem verrucht-knallroten Lippenstiftmund und seinen endlos langen Beinen, die jede Frau vor Neid erblassen lassen, zahllose Männer und Frauen in eine sexuelle Identitätskrise gestürzt. Heiß, heißer, Frank N. Furter!


Eure Lieblingsszene ist nicht dabei? Welcher musikalische Filmmoment ist Euer Favorit? Ich freue mich auf Euer Feedback!
Freut Euch außerdem schon heute auf den nächsten Teil unserer Filmmusik-Reihe – in Teil vier geht es um die besten Gesangsszenen die sich nicht in Musicals befinden. Bis dahin: Holt doch einfach Teil 1, Teil 2 oder Teil 3 nach!

Titelbild: Pixabay

Friederike

Friederike

Admin und Autor bei Film und Feder
Warum ich über Filme schreibe? Weil Freude wächst, wenn man sie teilt!
Als jemand, der Filme häufig alleine schaut, fehlte mir oft der Austausch nach dem Abspann - die Diskussion kontroverser oder unklarer Aspekte, die Hoffnung, dass mein Gegenüber meine Lieblingsszene genau so mochte wie ich und manchmal auch nur das schamlose Schwärmen über den Hauptdarsteller. Das Veröffentlichen meiner Gedanken zum Film ermöglicht mir diesen Austausch mit einer großen Anzahl an Menschen, die das Medium ebenso lieben, wie ich.
Friederike

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