Review: „Blade of the Immortal“ (2017)

Takashi Miike meldet sich mit seinem 100. Film zurück und stellt in diesem düsteren und extrem blutigen Schwertkampfepos die Frage nach der eigenen Existenz.

„Blade of the Immortal“ erzählt die Geschichte von Manji, einem ehemaligen Samurai, der nach einer Reihe tragischer Ereignisse und einem daraufhin folgenden Kampf um Leben oder Tod tödlich verletzt wird. Doch kurz bevor Manji das Zeitliche segnet, verflucht ihn ein Geist in Form einer alten Frau mit Unsterblichkeit. Seitdem zieht er als unsterblicher Krieger durch das Land, immer auf der Suche nach der eigenen Erlösung, bis eines Tages die junge Rin bei ihm auftaucht. Rins Eltern wurden von dem brutalen Anotsu ermordet, und so schwört das Mädchen blutige Rache. Widerwillig nimmt sich Manji ihrer an und findet sich in einem Kampf wieder, der seine Unsterblichkeit ein für alle Mal beenden könnte.

 

Wenn nach knapp zehn Minuten Spielzeit Hunderte von Samurai entweder tot sind oder sich in ihrem eigenen Blut wälzen, kann man sicher sein, dass man in einen Takashi Miike-Film geraten ist. Der japanische Filmemacher ist bekannt für ausufernde Gewaltexzesse in seinen Filmen und damit spart er auch in diesem in keinster Weise. Dabei ist „Blade of the Immortal“ alles andere als eine Blutorgie. Hinter all den schonungslos brutalen, teils wunderschön anmutenden Schwertkämpfen und den damit befindlichen Verlusten diverser Gliedmaßen verbirgt sich die Frage nach der eigenen Sterblichkeit und den nachhaltigen Folgen von Schuld und Rache.

Gut und Böse vermischen sich im Laufe der Geschichte und bilden so einen eigene, homogene Masse. Jeder Einzelne in dieser Geschichte hat sein Päckchen zu tragen, was sich auch in den Motiven, Antrieben sowie jeder noch so kleinen Entscheidung widerspiegelt. So ist es Manji leid, sich von einem Kampf in den nächsten zu stürzen, wohlwissend, aus diesen immer ohne Schaden zu entkommen. Er ist seines Lebens müde, kann aber nicht selbst entscheiden, aus eben jenem zu treten. Das macht es für ihn natürlich nicht leichter, als Rin in sein Leben tritt. Vor allem dann nicht, als sein Wunsch nach dem Tod und ihre Sehnsucht nach Rache aufeinander prallen und es Manji mit jedem neuen Gegner immer schwerer fällt, Rin bei ihrem Vorhaben zu unterstützen.

Einziges Manko an diesem teils schwerfälligen, aber durchaus unterhaltsamen Racheepos ist die knackige Laufzeit von fast 140 Minuten, die man locker um 20 Minuten hätte kürzen können. So sind es vor allem einige der Schwertkämpfe, die man etwas kürzer hätte gestalten oder gar gänzlich streichen können. Und das, obwohl gerade eben diese, vor allem durch ihre Mischung aus comichafter Gewalt und realistischen Bewegungen, sehr viel Spaß machen. Und wenn sich Manji im Finale durch eine Armee aus hundert Samurais kämpft, bekommt jeder Fan von Miike sofort ein breites Grinsen im Gesicht!

Fazit: „Blade of the Immortal“ ist ein lebendig gewordener Anime, der neben den typischen Miike‘schen  Gewaltausbrüchen, noch eine interessante Story um die eigene Existenz erzählt.

 

Fakten und Bewertung

Originaltitel: Mugen no jûnin
Land: Japan
Laufzeit: 136 Minuten
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Tetsuya Oishi
Cast: Takuya Kimura, Hana Sugisaki,  Sôta Fukushi, Ebizô Ichikawa u.a. 
 
FSK: 16
Direct-To-DVD-Release: 12.01.2018

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Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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