Poltergeist

Review: „Poltergeist“ (1982)

Im Haus der Familie Freeling, einer typisch amerikanischen Mittelstandsfamilie, spukt es. Besonders scheinen es die Geister auf die jüngste Tochter Carol Anne abgesehen zu haben.

Als das Mädchen eines Nachts spurlos verschwindet und ihre Stimme aus dem Fernseher kommt, kann nur noch ein professionelles Medium helfen…

Spielberg weiß, was Euch Angst macht

Was Tobe Hooper und Steven Spielberg hier abgeliefert haben, ist ein ziemlich perfekter Horrorfilm voller Dramatik, Spannung und auch Komik. Geschickt wird mit Kinderängsten gespielt, wie beispielsweise vor Clowns oder Gewitter.

Generell kann man hier drei Akte erkennen:
1. Die Einführung der Hauptpersonen, ein etwas sarkastischer Blick auf den „American Way of Life“
2. Der gruselige, mystische, gefühlsbetonte Mittelteil
3. Der Schluss, der nur noch purer Terror ist

Der Film ist sicherlich zum größten Teil Spielberg und zum kleinsten Teil Hooper. Der Erfolgsregisseur hatte in den 80ern so viele Projekte in der Pipeline, dass er die Regie häufiger an Andere vergab (beispielsweise auch bei „The Goonies“ oder „Das Wunder in der 8. Straße“). Spielberg überließ nichts dem Zufall und überwachte diese Projekte mehr oder weniger stark, sodass seine „Handschrift“ in diesen Filmen stets erkennbar bleibt. Im Falle von Poltergeist war sein Einfluss sehr offensichtlich ziemlich stark. So ist die Dramaturgie typisch für Spielberg‘sche Werke, und auch die Art der Dialoge entspricht denen seiner eigenen Filme.

Der Cast, die Effekte, die Musik

Der gesamte Cast ist fantastisch: Allen voran Jobeth Williams, Craig T. Nelson und Zelda Rubinstein, aber auch alle anderen Ensemblemitglieder spielen ihre Rollen eindringlich und mit viel Herzblut.
Die immer noch sehenswerten Spezialeffekte wurde von George Lucas‘ Firma ILM hergestellt. Eine absolut tolle Szene ist die, in der die Geister die geschwungene Treppe im Haus herunterschweben. Hier ist die Kombination aus Effekten und Musik perfekt!

Apropos Musik: Über allem thront der wirklich geniale Soundtrack von Jerry Goldsmith (u.a. Alien, Star Trek – The Movie, Basic Instinct), der je nach Handlung düster-bedrohlich, süßlich-kindlich oder dramatisch-herzzerreißend klingt.

Mythen und Wahrheiten rund um den Film

Seit Jahren kursiert der Mythos um den „Poltergeist-Fluch“, der angeblich in den Jahren nach Veröffentlichung des Films Teile der Crew befiel. Im Zentrum dieses „Fluchs“ steht die sich hartnäckig haltende Behauptung, dass in der Poolszene echte Skelette benutzt wurden, da diese anscheinend billiger waren als künstliche. Ob das tatsächlich stimmt, wissen wohl nur die am Dreh beteiligten Set-Designer. Traurige Wahrheit sind aber die Todesfälle, die sich rund um die Filmserie ereigneten: So starb Heather O’Rourke – die Darstellerin der Carol Anne – mit nur zwölf Jahren an einem Darmverschluss. Dominique Dunne – Carol Anne’s Schwester – wurde von ihrem Freund ermordet. Der Darsteller des teuflischen Reverend Kane, Julian Beck, sowie Will Sampson – Taylor, der indianische Schamane – starben nach den Dreharbeiten zu Teil 2.

Kleine Kritikpunkte gibt es auch bei nahezu perfekten Filmen – so sind die wissenschaftlichen Erklärungen für Laien manchmal etwas schwer verständlich und die Gesichts-Abreiß-Szene wirkt etwas deplatziert.

Der Film zog noch zwei Fortsetzungen nach sich, die qualitativ nicht mehr an den ersten Teil heranreichen, aber immerhin mal einen Blick wert sind. Das Remake von 2015 kann man getrost vergessen. Die kanadische TV-Serie „Poltergeist: Das Vermächtnis“ (1996-1999) hat allerdings bis auf den Namen mit der Filmserie nichts zu tun.

Fazit: Ein genialer Horrorklassiker – hütet Euch vor Clown-Puppen!

Fakten und Bewertung

Originaltitel: Poltergeist
Land: USA
Laufzeit: 114 Minuten
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Steven Spielberg
Cast: Jobeth Williams, Craig T. Nelson, Zelda Rubinstein
IMDb: 7,4
FSK: ab 16 Jahren
Release: Auf DVD, Bluray oder Stream
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: Poltergeist © UIP
Andreas

Andreas

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Andreas Lehmler und Filme beschäftigen mich schon fast mein ganzes Leben. Mit all den Filmverrückten hier denke ich, dass wir euch das Medium Film auch mal von ungewohnten Seiten näherbringen können.
Andreas

Letzte Artikel von Andreas (Alle anzeigen)

Kommentar verfassen