Review: „Whiplash“ (2014)

Andrew (Miles Teller), ein junger Jazzdrummer, studiert an einem Konservatorium. Er setzt alles daran, in die renommierte Band des Bandleaders Terence Fletcher (J. K. Simmons) zu kommen. Die sehr rabiaten Methoden von Fletcher führen zur Katastrophe…

Der Film

Damien Chazelle, dessen Musicalfilm La La Land im Februar 2017 mit dem Oscar in der Kategorie „Beste Regie“ ausgezeichnet wurde, inszeniert hier die Langfassung seines Kurzfilms von 2013, in dem Simmons auch schon den Leiter der Band spielte. Der Regisseur, der als professioneller Musiker scheiterte, fokussiert sein Talent nun auf Musikfilme – sehr erfolgreich, wie man sieht.

Whiplash (Peitschenhieb) – komponiert von Hank Levy – ist nicht nur der Titel eines wichtigen Musikstücks im Film; auch die Protagonisten agieren, wie mit der Peitsche getrieben. Während der Bandleader nichts unversucht lässt, seine Band an die Spitze zu treiben und dabei auch vor Brutalitäten nicht zurückschreckt, setzt Andrew alles daran, in die Band zu kommen und sich zu profilieren. Dabei stößt er sein Umfeld kräftig vor den Kopf – zum Beispiel provoziert er einen Familienstreit oder macht übereilt mit seiner Freundin Schluss. Da man, wenn man so getrieben agiert, etliche Dinge außer Acht lässt, muss das über kurz oder lang in einem Desaster enden.

Der Cast

Die Darsteller spielen ihre Rollen perfekt. Speziell J.K. Simmons wurde verdienterweise mit Preisen als bester Nebendarsteller nahezu überhäuft und, wenig überraschend, dann auch mit dem Oscar ausgezeichnet. Die Inszenierung ist angenehm straff und temporeich, und der Film ist so mitreißend, dass ein pures „Jazz interessiert mich nicht“ sicherlich keine Begründung ist, den Film nicht zu sehen. Miles Teller ist es nach dieser tollen Darstellung zu wünschen, dass das Publikum ihm den schrecklichen „Fantastic Four“ schnell verzeiht, denn der junge Mann hat durchaus Potential.

Die Musik und das Fazit

Die Musikstücke im Film sind extrem energiereich eingespielt worden, darunter das schon erwähnte Whiplash und der Jazzstandard Caravan. Mit den geschickten Schnitten, wenn die Band die jeweiligen Stücke spielt, entwickeln die Lieder eine fast spürbare, organische Eigendynamik.

Das Finale des Films ist furios und lässt den Zuschauer staunend und zutiefst befriedigt zurück. Ein würdiger Abschluss für einen tollen Film!

 Fakten und Bewertung

Originaltitel: Whiplash
Land: USA
Laufzeit: 107 Minuten
Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Damien Chazelle
Cast: Miles Teller, J.K. Simmons, Melissa Benoist, Paul Reiser
IMDb: 8,5
FSK: ab 12 Jahren
Release: auf DVD, Bluray und VoD erhältlich 
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: Whiplash © Sony Pictures Releasing GmbH
Andreas

Andreas

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Andreas Lehmler und Filme beschäftigen mich schon fast mein ganzes Leben. Mit all den Filmverrückten hier denke ich, dass wir euch das Medium Film auch mal von ungewohnten Seiten näherbringen können.
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