The Void

Review: „The Void“ (2016)

Was haben John Carpenter, Clive Barker und H.P. Lovecraft gemeinsam? Elemente der Werke aller drei kann man im Horrorfilm „The Void“ von Regisseur Jeremy Gillespie finden.

 The Void

Etwas Carpenter, etwas Lovecraft

Die Grundgeschichte ist schnell erzählt: Mitten in der Nacht befindet sich eine scheinbar vom Schicksal zusammengewürfelte Gruppe von Leuten in einem kleinen Krankenhaus in einem Belagerungszustand. Seltsame Sektierer und das, was diese heraufbeschworen haben, versuchen, sich Zutritt zu verschaffen.
Die Situation erinnert also an eine Mixtur der Carpenter-Filme „Assault On Precinct 13“ und „Prince Of Darkness“. Auch atmosphärisch hat der Film anfangs viel von Carpenters Frühwerken – sei es das Spiel der Schauspieler, die klaustrophobische Enge, die schönen blitzenden und stimmungsvollen Lichteffekte oder auch der sumpfig-dröhnende Soundtrack.

Die wenigen Splatter-Effekte sind effektiv, hart und liebevoll mit Hand gemacht – was heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist, da CGI-Effekte wesentlich billiger und zeitsparender sind. Dass dieser Trend auch einen Film kaputt machen kann, sieht man beispielsweise in „The Midnight Meat Train“, von daher Chapeau!

Die heraufbeschworenen, tentakelreichen Wesen (ebenfalls Handarbeit) erinnern etwas an die „Großen Alten“ aus Lovecrafts Cthulhu-Mythos; auch die Sektenanhänger könnten aus einem Roman oder einer Kurzgeschichte des amerikanischen Schriftstellers stammen. Weiterhin wird auch Carpenters „The Thing“ für die Kreaturen Pate gestanden haben.

The Void

Etwas Barker

Gegen Ende hin ändert sich die Atmosphäre in Richtung „Hellbound – Hellraiser II“ bzw. „Lord Of Illusions“, es wird kalt und trostlos. Der Sektenführer hat durchaus Anteile von Pinhead oder auch dem Magier Nix. Natürlich soll hier nicht das Ende gespoilert werden, daher sei an dieser Stelle nur gesagt, dass es konsequent ist und den Film passend beendet.
Der Film wird die Horrorgemeinde vermutlich spalten, da hier die Phantasie des Zuschauers gefragt ist – im Gegensatz zu den vorherrschenden Geisterbahnfilmen, die voll und ganz nach dem Motto „More is more“ gestaltet sind, und dem Zuschauer größtenteils leider das Denken abnehmen. Aber genau das macht den Film gut und mutig, denn natürlich hätte der Regisseur auf Nummer Sicher gehen und ein Splatter- und Jumpscare-Festival veranstalten können. Offensichtlich vermisst Gillespie – wie insgeheim viele Genre-Freunde – die Substanz in aktuellen Horrorfilmen.

Fazit

Kritisieren kann man die doch etwas sehr dünn geratene Geschichte. Mit etwas mehr Raffinesse hätte hier ein sehr starker Genrebeitrag entstehen können. Man hätte auch die Kreaturen wenigstens etwas ausführlicher zeigen können; so wäre nicht der Eindruck entstanden, dass aus Kostengründen nur Teile der Wesen fertiggestellt worden wären.

Fakten und Bewertung

Originaltitel: The Void
Land: Kanada
Laufzeit: 90 Minuten
Regie: Jeremy Gillespie, Steven Kostanski
Drehbuch: Steven Kostanski, Jeremy Gillespie
Cast: Aaron Poole, Kenneth Welsh, Daniel Fathers, Kathleen Munroe
IMDb: 5,9
FSK: ab 16 Jahren
Release: Ab 9. Februar 2017 im Kino
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: The Void © Ascot Elite
Andreas

Andreas

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Andreas Lehmler und Filme beschäftigen mich schon fast mein ganzes Leben. Mit all den Filmverrückten hier denke ich, dass wir euch das Medium Film auch mal von ungewohnten Seiten näherbringen können.
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