Review: „This is England“ (2006)

This is England bietet uns einen unglaublich authentischen Einblick in die Subkultur, wofür sie steht und die Szenespaltung.

This is England ist ein britischer Film, der sich mit der Skinhead-Kultur in den frühen 1980ern beschäftigt. Der Film bietet einen tiefen Einblick in die Subkultur und erzählt sogleich eine dramatische Geschichte über den jungen Shaun, der als typischer Außenseiter Zuspruch bei einer Skinhead-Gang findet. Als der alte Freund der Gruppe, Combo, nach seinem dreijährigen Gefängnisaufenthalt wieder dazustößt, versucht er die Jugendlichen mit seinen rassistischen Ansichten für sich zu gewinnen. Besonders in dem leichtgläubigen, vaterlosen Shaun sieht er ein gefundenes Fressen.

Aufklärung statt Ängste schüren

Im Gegensatz zu Filmen wie American History X bietet uns This is England einen tiefen Einblick in die Geschichte der Skinhead-Kultur. Während oben genannter Film der gesellschaftlichen Ansicht und Beschreibung des Wortes „Skinhead“ gänzlich unter die Arme greift, widmet sich das britische Drama der ursprünglich unpolitischen Subkultur, der späteren Politisierung und somit der Spaltung der Szene. Der Film schafft es, dem Zuschauer die Wurzeln der Skinhead-Bewegung näher zu bringen. Ein wichtiger Dialog zwischen dem dunkelhäutigen Milky, dessen Wurzeln in Jamaika liegen und dem gerade aus der Haft entlassenen Combo beschreibt uns nochmal ganz genau, wo der Ursprung des „Skinhead-Daseins“ liegt und worauf es den Szenezugehörigen wirklich ankommt.

Perfekte Inszenierung einer Subkultur

Welches Land könnte einen solchen Film wohl besser abliefern, als England – die Mutter der Skinhead-Bewegung? Die Darstellung, die Aufmachung, all das macht den Film so unglaublich authentisch. Die Darsteller liefern allesamt einen durchweg überzeugenden Job ab. Der ausgegrenzte Shaun, gespielt von Thomas Turgoose, fügt sich über die Dauer des Films perfekt in die Gruppe ein, deren Mitglieder es schaffen, den Vibe dieser Subkultur absolut überzeugend an den Zuschauer zu bringen. Man spürt den Zusammenhalt, das Gruppengefühl, das solch eine Jugendkultur eben ausmacht. Auch Stephen Graham, der den Ex-Sträfling Combo verkörpert, legt einen fantastischen Auftritt hin. So kauft man ihm den labilen, mit einer kurzen Zündschnur behafteten Typen, den er darstellt, zu jedem Zeitpunkt ab.

Untermalt wird der Film von einem nahezu perfekten Soundtrack, der sich gezielt an Genre-Klassikern orientiert und somit perfekt an die Darstellung der Subkultur anschmiegt.

 

 

This is England ist wohl der authentischste Genre-Beitrag. Im Gegensatz zu anderen Vertretern, die oftmals auch gerne gänzlich das Thema verfehlen, legt dieser Film wenig Wert auf übertriebene Gewaltdarstellung und setzt seinen Fokus auf die geschichtliche Entwicklung und den Ursprung der Szene. Die glaubwürdige Inszenierung der Geschichte rund um den jungen Shaun lässt den Zuschauer gespannt mitfiebern. Jedem Subkultur-Interessierten und jedem, der sich sein eigenes Bild der Szene machen möchte, sei dieser Film ans Herz gelegt. Denn auch wenn der Begriff „Skinhead“ heute doch gerne mal gesellschaftlich verallgemeinert für Rassisten gebraucht wird, ist der Ursprung ein ganz anderer.

Fakten und Bewertung

Originaltitel: This is England
Land: UK
Laufzeit: 101 Minuten
Regie: Shane Meadows
Drehbuch: Shane Meadows
Cast: Thomas Turgoose, Stephen Graham, Jo Hartley, Andrew Shim
IMDb: 7,7
FSK: ab 12 Jahren
Release: 2006
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: This is England © Ascot Elite
Jan

Jan

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Jan und ich möchte euch zukünftig, zusammen mit meinen fabelhaften Mitstreitern, mit persönlichen Eindrücken und Meinungen zur vielfältigen Filmkunst versorgen. Als großer Fan des Horrorkinos, besonders der alten Schule, diskutiere ich immer gerne mit meinen Mitmenschen über das, was mir ein gesehenes Werk mitgibt. Schon seit vielen Jahren bin ich Fan von allem, was mir einen Schauer über den Rücken jagt. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich mich vor anderen Genres verschließe, denn was gibt es schöneres als die bunte Vielfalt der filmischen Kunst. 🙂
Jan

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