Review: „A Better Tomorrow“ (1986)

Tja, was soll man großartig zu John Woo’s Klassiker des Heroic Bloodshed sagen? DIE stilistische Perfektion in Zeitlupe, der sogenannten „Bullet-Time“, ist den meisten Mainstream-Konsumenten wohl eher aus der „Matrix-Trilogie“ der Wachowski-Brothers bekannt. Jeder halbwegs große Action-Fan ist wohl oder übel mal mit diesem Stil bzw auch Woo’s Werken in Berührung gekommen und seien es „nur“ seine amerikanischen, nichtsdestotrotz großartigen Filme wie „Harte Ziele“, „Operation Broken Arrow“ oder auch „Face/Off – Im Körper des Feindes“.

Vom Regieassistenten zur oberen Klasse des Hongkong-Actionkinos.

Nach eher kleineren Filmerfolgen und anfänglichen Schwierigkeiten konnte sich der ehemalige Regieassistent von Chang Cheh (Shaw Brother-Studios) nun mit eben diesem Film zur oberen Spitzenklasse des Hongkong-Kinos zählen. Dies erleichterte ihm den Weg nach USA.
Die Geschichte dreier Männer, die langjährige Freunde sind aber gleichzeitig auf der jeweils anderen Seite des Gesetzes stehen, weist zugegebenermaßen nicht von story-technischem Tiefgang, besticht aber durch eine gute Charakterentwicklung und fulminante Action.
Einzig allein das HK-Typische Overacting könnte auf manch Zuschauer abschreckend wirken.

Zur Inhaltsangabe 
Kit, frischer Absolvent des Polizeipräsidiums von Hongkong weiß nichts von den Machenschaften seines älteren Bruders Ho und dessen Freund Mark, die beide im Auftrag der Triaden mit Falschgeld handeln.
Ho, der bei einer weiteren Übergabe hintergangen wird, landet durch einen internen Verräter der Triade im Gefängnis und Kit wird zwangsläufig über dessen Verbleib und Doppelleben informiert…
Durch die komplexen familiären sowie beruflichen Situationen der Freunde entwickelt sich eine action-geladene Geschichte um Freundschaft, Ehre und Bruderschaft, die ein neues Genre empor hob – den Heroic Bloodshed.
Trivia und Wissenswertes zur Trilogie und zum Genre
Es folgte eine direkte Fortsetzung und ein Prequel, dass die Vorgeschichte des Mark Gor während der Zeit des Vietnam-Krieges erzählt. Ebenfalls erblickte im Jahr 2010 eine südkoreanische Neuverfilmung das Licht der Welt, ein inoffizielles Hindu-Remake aus dem Jahre 94 mit Namen „Aatish: Feel the Fire“ sowie ein Film mit dem irreführenden Titel: „Return to a Better Tomorrow“ von Wong Jing, der zwar inhaltlich wenig mit der Trilogie zu tun hat aber dennoch eine gute Mischung an Action und dem typischen HK-Humor aufweist.
Leider kam es zwischen Produzent Tsui Hark und Regisseur John Woo zu unüberbrückbaren Differenzen ob der finalen Schnittfassung des zweiten Teils, woraufhin sie getrennter Wege gingen. Hark drehte daraufhin das Prequel: „A Better Tomorrow 3 – Hexenkessel Saigon“, der leider nicht mehr an den Erfolg der beiden anderen Teile anknüpfen konnte. Woo währenddessen nahm sein Script, das eigentlich für „ABT 3 – Hexenkessel Saigon“ dienen sollte, und drehte damit den hervorragenden „Bullet in the Head“.
Der Film erbrachte viele seiner Art, wie etwa „John Woo’s: The Killer“, „Hard Boiled“. Ringo Lam’s: „Full Contact“ aka „Cover Hard“ , „Cover Hard 2“ , (der nebenbei die Inspiration zu Quentin Tarantino’s: „Reservoir Dogs“ war) und die Filme „Exiled“ , „The Big Heat“ und „Fulltime Killer“ von Johnny To.

Fakten und Bewertung

Originaltitel: Ying Hong Boon Sik
Land: Japan
Laufzeit: 95 Minuten
Regie: John Woo
Drehbuch: Hing-Ka Chan, Suk-Wah Leung
Cast: Lung Ti, Leslie Cheung, Yun-Fat Chow, Emily Chu
IMDb: 7,6
FSK: ungeprüft
Release: 1986

Hier zum chinesischen Original-Trailer:

Bildrechte: A Better Tomorrow  © Deutscher Rechteinhaber: Laser Paradies
Alex

Alex

Autor bei Film und Feder
Servus Leute, ich bin der Alex und bin seit um die 19 Jahren anonymer Filmsuchtie und bin hauptsächlich auf die 70er bis 90er spezialisiert. (Mit dem ersten Abschnitt im Text isses zwar nimmer ganz so anonym aber was soll's?)

Auf jeden Fall freue ich mich dieser lustigen und Film-nerdigen Truppe beiwohnen zu dürfen und hoffe auf viele weitere Monate und Jahre mit meiner Gruppe.
Alex

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