Winx Club

Review: „Winx Club – Das magische Abenteuer“ (2011)

Wieso Winx-Club ein wundervolles Kinoerlebnis war und ihr ihn trotzdem nicht sehen solltet.

Ok, ich bin weder unter Zwölf Jahre alt, noch weiblich und somit wohl nicht ganz das Zielpublikum dieses Filmes. Also was mache ich überhaupt in diesem Kinosaal? Dies hat etwas mit einem großen Vorteil zu tun, wenn man im sozialpädagogischen Freizeitbereich arbeitet. Man arbeitet zwar ständig am Nachmittag und Abends, an Wochenenden und Feiertagen, die Arbeit zerrt gehörig an den Nerven, aber dafür wird man auch hie und da dafür bezahlt ins Kino zu gehen.

Jetzt kommt allerdings der Haken an der Geschichte und ihr könnt euch wohl schon denken worauf das hinaus läuft: ich kann mir die Filme leider nicht aussuchen. So check ich also im Frühsommer 2011 das Kinoprogramm und entdecke Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten, Hangover 2, X-Men: Erste Entscheidung und Kung Fu Panda 2. Würde ich privat wahrscheinlich alle nicht im Kino anschauen, aber eine gute Gelegenheit mal seinen Horizont zu erweitern. Nachdem ich meinen amtlichen Pflichten nachgekommen war und das Kinoprogramm verlesen hatte, entglitten mir wohl etwas die Gesichtszüge. Wie bitte? Was war das? Winx Club? What the fuck? Habe ich natürlich nicht gesagt, aber zeichnet sich deutlich in meinen Gesichtszügen ab. Nach mehrmaligem Nachfragen stellte sich heraus, dass dies todernst gemeint und vollkommen unumstößlich ist. Also Protegé eingetütet und ab Richtung Kino.

Der Weg zur fetten, haarigen Feenprinzessin

Winx Club

Hier sitze ich also nun mit dicker 3D-Brille im Gesicht und von Mädchen mit ein paar Elternteilen umzingelt. Ungewohnt, aber ich wollte ja meinen Horizont erweitern. Nun aber erst einmal auf den Film konzentrieren. 87 Minuten später kann ich nur sagen, wenn ich ein kleines Mädchen wäre, hätte mir der Film vielleicht gar nicht so schlecht gefallen. Die Hauptcharaktere sind äußerst flach, aber sympathisch, es kommt ein Pferd namens Peg vor, welches sich ACHTUNG SPOILER zum Schluss in ein beflügeltes Einhorn verwandelt, dann natürlich noch die große Liebe, die kurz auf der Kippe steht, weil die Eltern sich, ganz Shakespear-Style, kloppen und schlussendlich opfern sich alle für alle auf – Happy End! Ahja, böse Hexen gibt es auch noch – die sind voll ultrafies!
Da würde es mich dann vielleicht auch nicht stören, dass die Animationen ungefähr so viel Seele haben wie jene in der Hugo-Show und die 3D-Effekte kaum vorhanden sind, aber wenn dann wenigstens in rosa und pastell und mit viel Glitzer Glitzer.
Aber wahrscheinlich tue ich den Mädels völlig unrecht und die haben sich weitaus mehr gelangweilt als ich.

Denn ich muss schon hervorheben, dass mir der Kinobesuch auch noch nach 6 Jahren im Gedächtnis geblieben ist, will ja was heißen. Dies liegt in erster Linie an vier Punkten:

  • die Dialoge sind köstlich naiv, albern und amüsant zugleich
  • ich wurde so dick in Zuckerwatte eingepackt, dass ich mich schlichtweg nicht ärgern konnte
  • die Kinoatmosphäre hatte etwas bezauberndes
  • und ich wäre wirklich gerne eine Feenprinzessin!

 

Fakten und Bewertung

Originaltitel: Winx Club 3D – Magic Adventure
Land: Italien
Laufzeit: 87 Minuten
Regie: Iginio Straffi
Drehbuch: Iginio Straffi, Alessandro Bilotta
Cast: Perla Liberatori, Molly C. Quinn, Gemma Donati, Morgan Decker
IMDb: 5,4
FSK: ab 6 Jahren
Release: 2011
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: Winx Club – Das magische Abenteuer © Universum Film
Florian

Florian

Horror-Fanboy bei 100 Years of Terror
Ich werde versuchen euch zu entführen in die Abgründe der Filmwelt. Ins Verborgene! In die surrealen, phantasmagorischen Schatten, die von all dem Liegengelassenem und Verdrängtem an die Leinwand geworfen werden.
So folgt mir auf die Schutthalde der Zivilisation - wir werden viel zu entdecken haben.
Florian

Kommentar verfassen