Pro: „La La Land“ (2016)

„La La Land“ ist ein lange in Vergessenheit geratenes Märchen um Liebe, den Mut zu träumen und die Musik.

Mia und Sebastian leben beide in L.A. Sie haben Träume und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Während Mia von einem Schauspielcasting zum nächsten hetzt, um vielleicht eine Rolle in einem Film zu ergattern, träumt Sebastian davon, einen Jazzclub zu eröffnen. Bis sich eines Tages ihre Wege kreuzen und sie sich unsterblich ineinander verlieben. Von da an ist ihr Weg gepflastert von Liebe, neuen Perspektiven, aber auch verpassten Chancen und der Frage: „Was würdest Du tun, um Deinem Ziel ein Schritt näher zu kommen?“

Damien Chazelle: Ein Visionär mit Musik im Herzen. 

„Whiplash“-Regisseur Damien Chazelle ist zurück und bringt mit „La La Land“ etwas auf die Leinwand, was man in dieser Form schon für ausgestorben hielt: das klassische Musical. Alles beginnt schon bei der Eröffnung des Films. Der Vorhang öffnet sich und die Leinwand weitet sich. Ein Wort erscheint und lässt das Herz einmal vor Freude hüpfen. „A CinemaScope Production“

Ganz in der Tradition der Musikfilme der 50er und 60er präsentiert sich „La La Land“ in wunderschönstem Technicolor und hebt sich dadurch von aktuellen Produktionen ein gewaltiges Stück ab. Aber nicht nur das – vielmehr verbeugt sich Chazelle damit vor den großen Hollywoodfilmen wie „Singing in the Rain“ oder „Ein Amerikaner in Paris“. Durch lange Kamerafahrten und ganze One-Take-Shots werden hier Bilder eingefangen, die L.A. in ganzer Pracht zeigen. Und obwohl der Film in der heutigen Zeit spielt, fühlt man sich immer wieder in die Zeit von Frank Sinatra und Fred Astaire zurückversetzt. Das ist nicht nur wunderschön, sondern lädt auch zum Staunen ein.

Ryan Gosling und Emma Stone. Hollywoods neues Traumpaar.

Jede großartige Geschichte beginnt mit einem Zufall. Wie sollte es auch anders sein? Zwei Personen, angetrieben von ihren Träumen nach etwas Größerem, laufen sich zwangsläufig in einer Stadt voller solcher Träumer immer wieder über den Weg. Ist das kitschig? Na Klar! Extremst vorhersehbar? Aber so was von! Und doch wunderschön und liebevoll erzählt. Wir beobachten, wie diese zwei Menschen anfangen, sich verlieben. Ein erstes Date in einem Old-Fashion Kino (in dem zufällig der James Dean Klassiker „Rebel Without A Cause“ von 1955 läuft), ein Drink in einem Jazzclub (wo Ryan Gosling über die Schönheit und den Erhalt von Jazz erzählt) und dann die darauf folgenden Wochen und Monate. Wir sehen Höhen und Tiefen. Zerplatze Hoffnungen und neue Gelegenheiten. Große Gefühle, die einen mitreißen. Momente, in denen man einfach in die Leinwand klettern will und beide fest in den Arm nehmen möchte. Was auch an der stimmenden Chemie zwischen Stone und Gosling liegt – sie sind ein Traumpaar, durch und durch! Es macht Spaß, ihnen dabei zuzuschauen, wie sich lieben, zusammen lachen. Das wärmt einem das Herz.

Eine Ballade aus Rhythmen und der Liebe zur Musik. 

Wie in jedem Musical, steht auch hier die Musik an vorderster Stelle. Doch während heutige Filme dieses Genres die Musik als Mittel zum Zweck benutzen, gehört die Musik in „La La Land“ zum Teil des Lebensprozesses. Es ist wie atmen; Tanzeinlagen oder Gesangsstücke wirken wie automatisch und biologisch in den Prozess eingefügt. Wie eine ganz beiläufige Sache, bei der eigentlich nichts selbstverständlich sein sollte. Auch hier zeigt Damien Chazelle wieder einmal seine Liebe zur Musik. Wie schon in „Whiplash“ liegt hier der Fokus auf den wohltuenden Klängen der Jazzmusik. Und damit ist nicht die Fahrstuhlmusik gemeint (im Film gibt es eine tolle Szene um dieses Thema), sondern reiner, unverbrauchter Jazz aus Zeiten von Miles Davis, Louis Armstrong oder John Coltrane. Und doch werden hier neue Aspekte ins Spiel gebracht und lassen so die Stücke kraftvoller und dynamischer wirken. Was zum Resultat führt, dass man zwangsläufig mit dem Fuß wippen muss.

Fazit: „La La  Land“ ist eine Liebeserklärung an alle Träumer, alle Musiker und jeden außerhalb der eigentlichen Norm. Ein Film zum Verlieben.

Originaltitel: La La Land 
Land: USA
Laufzeit: 128 Minuten
Regie: Damien Chazelle
Darsteller: Emma Stone, Ryan Gosling, John Legend, J.K. Simmons
FSK: ab 0 Jahren

Schaut hier den Trailer zu La La Land:

Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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