Review: „Tanz der Teufel“ (1984)

32 Jahre nach Indizierung erblickt der Genreklassiker „Tanz der Teufel“ erneut das Licht der Welt und steht nun endlich auch den deutschen Fans zum Kauf zur Verfügung.

Nach erfolgreicher Neuprüfung wurde dem Film eine FSK-16-Freigabe bestätigt und wird somit so manchem Horrofan ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern können.

Tanz der Teufel (orig. The Evil Dead) erzählt die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die einen Kurzurlaub in einer abgelegenen Waldhütte in Tennessee verbringen. Kaum dort angekommen, erkunden die Jugendlichen das Haus und stoßen in einem düsteren, verschlossenen Keller auf ein altes Buch, das Necronomicon Ex-Mortis. Sie schnappen sich das in Menschenhaut gebundene Schriftwerk, zusammen mit einem alten Tonbandgerät und beginnen damit, dem Inhalt auf die Spur zu gehen. Als das Tonbandgerät läuft, erklingen alte Beschwörungsformeln und entfesseln urplötzlich das Böse in den Wäldern. Von nun an beginnt der Kampf gegen eine dämonische Kraft, die sich die Körper der ahnungslosen Gruppe zu Nutze macht und schließlich mit Ash auf ihren vermeintlich unangenehmsten Gegner trifft.

Tanz der Teufel hat in über 30 Jahren die Herzen einer beachtlichen Fangemeinde für sich gewonnen. Nicht umsonst gilt der Film, wie auch seine zwei Forsetzungen (Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt, Armee der Finsternis), als unangefochtener Klassiker; was Sam Raimi hier einst erschuf, begeistert die Zuschauer noch Jahrzehnte später. So hat er es geschafft, mit durchaus sehr geringem Budget einen Film zu kreieren, der für damalige Verhältnisse noch heute durch seine tollen Spezialeffekte sowie hervorragende Maskenbildnerei besticht. Hier wurde unglaublich viel aus unglaublich wenig gemacht.

Die Charaktere überzeugen zwar nicht durch ihre Tiefgründigkeit, liefern aber alles in allem einen soliden Job ab. Einzig Ash Williams, gespielt von Bruce Campbell, ragt hier natürlich heraus – mit ihm hat Sam Raimi ein Kultfigur aus dem Boden gestampft, die bis heute ihresgleichen sucht. Ash, der widerstrebende Held, ist gleichzeitig der Einzige, der es mit dem Bösen aufnehmen kann. Komisch (im ersten Teil noch etwas zurückhaltender) und ernst zugleich. Die Geburt einer Kultfigur des Horrorgenres, an der sich die Anhängerschaft noch heute erfreut.

Punkten kann Tanz der Teufel auch vor allem in Sachen „Atmosphäre“. Raimi schafft es, durch geschickte Auswahl des Drehortes eine bedrückende Umgebung zu erschaffen und bietet den Zuschauern neben den extremen, überspitzten und hervorragend umgesetzten Splatter-Effekten einen nahezu perfekten Ort, an dem man lieber nicht sein möchte.

Bis heute ungeschlagen und ein absolutes Highlight zu seiner Zeit sind die experimentellen Kamerafahrten durch den Wald, die eingesetzt wurden, um das Böse zu verkörpern, wie es sich seinen Weg durch den Wald bahnt. Diese Sequenzen sind es, die dem Film eine gehörige Portion Spannung vermitteln und den Zuschauer in einen panischen Verfolgungswahn versetzen.

Was bleibt da noch zu sagen, außer: „Willkommen unter den Lebenden, Tanz der Teufel!“ Jedem Horrorfan der alten Schule, der diese Perle noch nicht kennt (insofern es diese Person überhaupt gibt), sei ans Herz gelegt, hier einen Blick zu riskieren. Spannung, Atmosphäre, Humor – hier wird wirklich alles geboten, was das Horrorherz höher schlagen lässt! Und auch für die Splatter-Freunde gibt es ordentlich rote Farbe um die Ohren. Bis heute ein absolutes Meisterwerk, welches in jedem gutbestückten Filmregal zu finden sein sollte. 4,5 von 5 Federn für diesen, noch heute, unglaublichen Horrorstreifen!

Ein Hoch auf dich, liebe Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, für die Rehabilitierung eines zeitlosen Klassikers! 🙂

 

Fakten und Bewertung

Originaltitel: The Evil Dead
Land: USA
Laufzeit: 70 Minuten
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi
Cast: Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor, Betsy Baker
IMDb: 7,6
FSK: ab 16 Jahren
Release: 1984
 Seht hier den Trailer:
Bildrechte: Tanz der Teufel © Prokino
Jan

Jan

Autor bei Film und Feder
Mein Name ist Jan und ich möchte euch zukünftig, zusammen mit meinen fabelhaften Mitstreitern, mit persönlichen Eindrücken und Meinungen zur vielfältigen Filmkunst versorgen. Als großer Fan des Horrorkinos, besonders der alten Schule, diskutiere ich immer gerne mit meinen Mitmenschen über das, was mir ein gesehenes Werk mitgibt. Schon seit vielen Jahren bin ich Fan von allem, was mir einen Schauer über den Rücken jagt. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich mich vor anderen Genres verschließe, denn was gibt es schöneres als die bunte Vielfalt der filmischen Kunst. 🙂
Jan

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