Nicolas Cage – Hollywoods Chamäleon

Redet man über Actionhelden der 90er,  fallen gewöhnlich Namen wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Bruce Willis, Jean-Claude Van Damme oder Jackie Chan. Doch einer darf in der Liste nie fehlen: Nicolas Cage. Dabei hat der Tausendsassa viel mehr zu bieten, als Bösewichten den Hintern aufzureißen. Dies ist ein Porträt über den wohl wandlungsfähigsten Schauspieler Hollywoods, der Fans und Hater gleichermaßen um sich schart. 

Nicolas Cage wurde am 7. Januar 1964 in Long Beach, Kalifornien unter den Namen Nicolas Kim Coppola geboren. Der Nachname ist kein Zufall, denn Nicolas Cage ist der Neffe des berühmten Regisseurs Francis Ford Coppola („Der Pate I-III“). Aber nicht nur sein Onkel ist in Hollywood kein Unbekannter. So ist seine Tante die Schauspielerin Talia Shire („Der Pate“, „Rocky“) und sein Großvater der mit einem Oscar ausgezeichnete Komponist Carmine Coppola.

Mit 15 brach Cage die Schule ab, um Schauspielunterricht zu nehmen. Da er aber immer wieder aufgrund seines Nachnamens mit seiner berühmten Verwandschaft gemessen wurde, änderte er diesen irgendwann von Coppola in Cage. Es gibt diesbezüglich zwei Versionen. So heißt es einerseits, dass Cage sich nach der Comicfigur Luke Cage benannt hat, da er ein leidenschaftlicher Comicfan und Sammler ist, anderseits gibt es die Version, dass es sich dabei um ein Tribut an den Musiker John Cage handeln soll. Er selber behauptet ersteres.

Sein Leinwanddebüt legte er schließlich 1982 in der Komödie „Ich glaub, ich steh im Wald“ in einer kleiner Nebenrolle an der Seite von Sean Penn und Jennifer Jason Leigh ab. Danach spielte er unter anderem in diversen Filmen meist Nebenrollen oder in kleineren Produktionen auch mal die Hauptrolle. So übernahm er beispielsweise Rollen in „Rumble Fish“ oder „Cotton Club“ unter der Regie seines Onkels Francis Ford Coppola. Der endgültige Durchbruch gelang ihm schließlich an der Seite von Cher in der oscarprämierten Liebeskomödie „Mondsüchtig“ aus dem Jahre 1987. 1988 erhielt Nicolas Cage für seine Rolle des Ronny Cammareri seine erste Golden Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller. Von da an ging es mit den Rollenanfragen bergauf. So spielte er beispielsweise unter der Regie von den Coen-Brüdern („Arizona Junior“), oder David Lynch („Wild At Heart“). Von Komödie bis zum handfesten Drama war ihm keine Rolle zu schwierig. Ganz im Gegenteil: Je schwieriger, desto besser.

„Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod“

1996 war schlussendlich sein Jahr. Denn da wurde er für seine Rolle des alkoholkranken Drehbuchautors Ben Sanderson, der sich in Las Vegas zu Tode saufen will und dort die Prostituierte Sera (Elisabeth Shue) kennen lernt, mit dem Acadamy Award als bester Hauptdarsteller im Film „Leaving Las Vegas“ ausgezeichnet. Genau dieser Preis ebnete ihm den uneingeschränkten Weg nach Hollywood. Von da an rissen sich die Studios um den Ausnahmekünstler. Das „Who is Who“ Hollywoods bot ihm an, in ihren Filmen zu spielen. Auf Cage’s Liste stehen Regisseure wie John Woo, Michael Bay, Brian De Palma, Martin Scorsese oder auch Oliver Stone. 2002 wurde er ein weiteres Mal für den Oscar nominiert (für den Spike Jonze Film „Adaption“), verlor aber gegen Adrien Brody („Der Pianist“).

Doch aufden Aufstieg folgt meist der erwartete Fall. So auch bei Nicolas Cage: Seine Filme ab der Jahrtausendwende floppten meist an den Kinokassen und entwickelten sich zum Kassengift. Die Folge waren immer weniger Anfragen und wenn, dann eher in mittelmäßigen Hollywood B-Movies („Bangkok Dangerous“)  oder nur in Nebenrollen größerer Produktionen („Kick Ass“). Viele seiner Filme schafften erst gar nicht den Sprung auf die hiesige Leinwand („Pakt der Rache“). Trotzdem dreht Cage bis zu drei, vier Filme pro Jahr, denn einen gewissen Charme haben seine Werke immer noch. Oft betrachten viele seine Leistungen mit einem Augenzwinkern und nehmen ihn nicht wirklich ernst, was aber nicht ganz an ihm alleine liegt. Den ein oder anderen Lichtblick kann man bei ihm immer jedoch noch schimmern sehen („Joe“).

„The Rock – Fels der Entscheidung“

Wie schon auf seiner Arbeit, ging es auch privat bei ihm hoch und runter. So ist er unter anderem dreimal geschieden. Seine erste Frau war Schauspielerin Patricia Arquette, welche er 1995 ehelichte. Seine zweite Ehefrau war Lisa Marie Presley, Tochter des berühmten „King Of Rock’N Roll“. Doch die Ehe im Jahr 2002 hielt nur vier Monate. 2004 heiratete Cage seine dritte Frau Alice Kim, von der er sich im Juni 2016 nach zwölf Ehejahren trennte. Zusammen haben sie einen Sohn, benannt nach der Comicfigur Superman, Kal-El Cage. Aus seiner ersten Beziehung mit dem Model Christina Fulton hat Cage bereits einen Sohn namens Weston Coppola.

 

Wissenswertes am Rande:

  • Nicolas Cage ist im Besitz einer der größten Comicsammlungen der Welt, wovon aber Teile gestohlen worden (darunter Erstausgaben von diversen „Superman“- und „Batman“-Comics).
  • 2009 erhielt Nicolas Cage die Auszeichnung zum „Weltbürger des Jahres“ für sein Engagement bei Amnesty International von den Vereinten Nationen.
  • In den 90ern sollte er die Rolle von Superman unter der Regie von Tim Burton übernehmen. Das Projekt kam leider nie zustande. 2015 erschien die Dokumentation „The Death Of Superman Lives: What Happens?” genau über jenes gescheiterte Projekt.
  • 1998 erhielt Nicolas Cage seinen Stern auf dem „Walk Of Fame“ am berühmten Hollywood Boulevard.
  • Der berühmte Filmkritiker Roger Ebert behauptete von Cage folgendes: “He’s a good actor in good movies, and an almost indispensable actor in bad ones.” (“Er ist ein guter Schauspieler in guten Filmen und so gut wie unverzichtbar in schlechten:“).
  • Nicolas Cage besitzt eine Insel auf den Bahamas.

 

Eine Auflistung aller Filme findest du hier: IMDB

 

 

Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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