Vikings Staffel 1 – Review

Taucht ein in die Saga des legendären Wikingers Ragnar Lodbrok und begleitet ihn auf seinen Raubzügen durch England.

Die Erstaustrahlung von „Vikings“ fand am 03.03.2013 in Kanada statt und ist eine Produktion des History Television Senders. Die Serie basiert lose auf den Sagen des Ragnar Lodbrok, um den sich nordische Legenden ranken. Michael Hirst, der die Idee zu „Vikings“ hatte, schrieb hierfür auch eigens das Drehbuch. Die Handlung vereint historische Fakten mit fiktiven Einflüssen und ist im Frühmittelalter angesiedelt. Der TV-Sender History Television, der bis dato nur Dokumentationen ausgestrahlt hatte, gab an, dass die Serie rein zur Unterhaltung diene und somit keine historische Genauigkeit beanspruche.

Doch um was geht es genau?

Ragnar Lodbrok ist ein Bauer, der mit seiner Frau Lagertha und seinen beiden Kindern Björn und Gyda abgeschieden nahe des Dorfes Kattegat lebt. Der Thing steht bevor. Eine Volksversammlung, bei dem alle zusammen kommen und der Anführer des Dorfes, der Jarl, entscheidet, wo die nächsten Raubzüge stattfinden sollen. Wie jedes Jahr wählt Jarl Haraldson dafür die Länder des Baltikums aus. Doch diese Ländereien sind bereits erschöpft und es gibt nicht mehr viel Schätze zu holen. Von einem Wanderer erfährt Ragnar, dass es in den sogenannten „Westländern“ mehr Beute gibt als man sich vorstellen kann. Noch nie zuvor ist ein Wikinger gen Westen gesegelt. Folglich sind auch nur Wenige davon überzeugt, dass sich dort auch tatsächlich Land befinden könnte. Doch Ragnar ist sich sicher. Er will beweisen, dass es durchaus noch viele Länder gibt die einen erfolgreichen Raubzug versprechen. Nachdem er von Jarl Haraldson von seinem Vorhaben berichtet, ist dieser nicht begeistert und will ihn gen Osten schicken. Ragnar schafft es Floki den Schiffsbauer, seinen Bruder Rollo und noch andere Wikinger davon zu überzeugen, sich nicht daran zu halten und so stechen sie heimlich in See in Richtung Westen. Und sie stoßen dabei auf Land. England. Sie überfallen das Kloster Lindisfarne in Northumbria und nehmen Gefangene. Darunter der Mönch Athelstan. Ragnar ist vom ersten Moment an fasziniert von ihm und seiner Religion. Doch wieder in Kattegat angekommen, ist der Jarl nicht begeistert von der Nichtachtung seines Befehls und so entsteht ein erbitterter Machtkampf zwischen ihm und Ragnar Lodbrok.


Anfänglich verlaufen die ersten Episoden von Vikings etwas schwerfällig. Man wird mit den Charakteren und ihren Bräuchen vertraut gemacht. Doch nach und nach baut sich immer mehr Spannung auf und man wird regelrecht in den Bann der Serie gezogen. Die Handlung konzentriert sich überwiegend auf Ragnar Lodbrok, der von Travis Fimmel verkörpert wird. Und dieser versteht es, den Zuschauer für sich einzunehmen. Regelrecht hypnotisiert von seinem Schauspiel verfolgt man ihn auf dem Bildschirm, als möchte man gar nicht mehr wegsehen. Allein durch Gestik und Mimik spricht er regelrecht Bände, wofür andere Schauspieler viel Text benötigen. Travis Fimmel ist für die Serie ein außerordentlicher Gewinn, was auch Michael Hirst, der Schöpfer der Serie, für sich zu nutzen weiß. Auch die Nebenfiguren sind allesamt interessant gestaltet. Da wäre zum Einen Lagertha (Katheryn Winnick), die Frau von Ragnar, die selbst bei den Schlachten mitkämpft und gleichberechtigt zu den Männern in Kattegat steht. Dann gibt es da noch den Schiffsbauer Floki (Gustaf Skarsgard), der sehr stark mit den nordischen Göttern verbunden ist und eine Art gespaltene Persönlichkeit besitzt. Rollo (Clive Standen), Ragnars älterer Bruder kämpft ständig um Anerkennung und steht im Schatten seines Bruders, was immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden führt.
Doch am Interessantesten ist die Beziehung zwischen Ragnar und dem Mönch Athelstan (George Blagden). Beide sind regelrecht fasziniert voneinander. Sie begegnen sich mit Respekt und versuchen beide voneinander zu lernen. Die schier unendliche Neugier, die Ragnar gegenüber der neuen Religion an den Tag bringt und seine Fähigkeit diese Informationen zu seinem Vorteil zu nutzen, treiben die Handlung voran. Es entsteht eine Art Glaubensfrage: Welcher Gott bzw. welche Götter sind denn nun die einzig Wahren? Gibt es sie überhaupt? Oder ist es gar ein und der selbe Gott? Diese Glaubensfindung wird sehr gut in die Handlung eingebaut und man sieht stets Vergleiche zwischen den Bräuchen und Traditionen der jeweiligen Religionen.
Abgerundet wird das Ganze dann mit fantastischen Kampfsequenzen, die trotz des noch sehr geringen Budgets der ersten Staffel nichts an Qualität einbüßen. Es macht Spaß den Wikingern dabei zuzusehen, wie sie in die Länder einfallen und Angst und Schrecken verbreiten. Gepaart mit den wunderschönen Landschaftsaufnahmen hat die Serie eine außergewöhnliche Atmosphäre. Sie wirkt sehr authentisch und zu keiner Zeit übertrieben.
„Vikings“ hat sich nach und nach zu einer meiner Favoriten der derzeitigen Serienvielfalt entwickelt und wer sie bisher noch nicht gesehen hat, dem kann ich nur empfehlen, dies unbedingt nachzuholen und am Ball zu bleiben. Denn eins ist sicher, das Suchtpotential ist sehr hoch bei dieser Serie.

Fakten und Bewertung

 Originaltitel:  Vikings
 Land:  Kanada, Irland
 Laufzeit:  45 Minuten/Folge
 Genre:  Drama, Action
 Drehbuch:  Michael Hirst
 Cast: Travis Fimmel, Katheryn Winnick, Clive Standen, Gustaf Skarsgard
 IMDb:  8,6
 FSK:  ab 16 Jahren
 Erstaustrahlung:  03. März 2013

 

 

Seht hier den Trailer

Bilderrechte:© History Channel/MGM

Julie

Ich bin Julie (28) und habe mich hier als Autor mit einer Gruppe aus einzigartigen Filmverliebten zusammen getan, um unsere Leidenschaft zu Filmen mit euch zu teilen.
Warum unsere Plattform? Wir haben Spaß an der Sache und bringen euch Filme näher, die auch fern ab vom Einheitsbrei der Hollywoodmaschinerie liegen.

Kommentar verfassen