Review: „Hacksaw Ridge“ (2016)

Mel Gibson ist zurück und präsentiert mit „Hacksaw Ridge“ ein gelungenes Comeback und den besten Kriegsfilm seit „Der Soldat James Ryan“.

Mel Gibson, der in den letzten Jahren mehr durch negative Schlagzeilen, als durch seine Filme auf sich aufmerksam gemacht hat, hat wieder auf dem Regiestuhl Platz genommen und erzählt die wahre Geschichte des Soldaten Desmond Doss, der bei der Schlacht um Okinawa 75 Kameraden das Leben rettete, ohne selber auch nur eine Kugel abzufeuern.

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„Hacksaw Ridge“ ist nicht nur das hervorragende Portrait eines Mannes, der fest an seine Vorsätze glaubte, sondern zeigt das auch Thema Krieg in all seiner Rohheit und Brutalität.

Desmond Doss tritt der Army bei, um seinen Land (welches sich zu dem Zeitpunkt im Kriegszustand mit Japan befindet) mit allen ihm zustehenden Mitteln zu dienen. Leider gibt es nur ein Problem: Desmonds Glaube und das fünfte Gebot („Du sollst nicht töten“) machen es ihm unmöglich, eine Waffe auch nur anzufassen. Gerade liegt der Hund begraben. Viele Kritiker finden den Film zu religionslastig. Ich widerspreche dem Ganzen. Der Fokus liegt nicht auf dem religiösen Aspekt des Films. Dieser dient lediglich dazu, Desmond Doss‘ Beweggründe zu hinterfragen und zu ergründen, woher er all den Mut aufbrachte, das zu tun, was er tat. Nämlich, ganz alleine auf einem Schlachtfeld zurückzubleiben und 75 Menschen das Leben zu retten.

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Und das ist angesichts dessen, was Krieg eigentlich bedeutet, eine Leistung für sich. Denn Krieg bedeutet Tod. Und genau das ist Mel Gibson bewusst, weswegen er auch sich mit den Kampfszenen kein Bisschen zurück hält. Das Sterben gleicht einem Massaker und macht jedem Splatterfilm Konkurrenz. Hier werden die Soldaten nicht einfach nur erschossen oder erdolcht, sondern regelrecht in Fetzen gerissen. Wer diese Art von Gewalt auf der Leinwand nicht gewohnt ist, wird angesichts solcher Bilder gut zu kämpfen haben.

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Von Spiderman zum amerikanischen Helden.

Wie in jeden Film ist auch „Hacksaw Ridge“ nur so gut wie seine Darsteller. Und gute bis gar sehr gute Darsteller gibt es hier wahrlich zuhauf. Sei es Vince Vaughn („Old School“), der mal wieder unter Beweis stellen kann, dass er ein durchaus ein ernstzunehmender Schauspieler ist oder Luke Bracey („Point Break“ 2015), welcher mehr als nur ein Hollywoodschönling ist. Vor Allem sind es aber Hugo Weaving („Matrix“) und Andrew Garfield („The Amazing Spider-Man“), die immer wieder für Gänsehaut und feuchte Augen sorgen. Gerade Garfield (der hier die Hauptfigur mimt) spielt mit solch einer Hingabe, dass einem einige Male der Atem stockt und man sich dabei ertappt, wie man sich auf die geschlossene Faust beißt.

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Fazit: „Hacksaw Ridge“ ist Mel Gibsons bester Film seit „Braveheart“ und kann getrost im gleichen Atemzug mit Filmen wie „Der Soldat James Ryan“, „Die Brücke von Arnheim“ oder „Wir waren Soldaten“ genannt werden.

Prädikt: Empfehlenswert 

 

Originaltitel: Hacksaw Ridge
Land: Australien/USA
Laufzeit: 140 Minuten
Regie: 
Mel Gibson

Drehbuch: Robert Schenkan, Andrew Knight
Darsteller: Andrew Garfield, Hugo Weaving, Teresa Palmer, Vince Vaughn, Luke Bracey u.a.
FSK: ab (voraussichtlich) 16 Jahren

Seht hier den Trailer:

 

 

Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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