Review: „Demolition – Lieben und Leben“ (2015)

Jake Gyllenhaal in der Tragikomödie „Demolition“ als Witwer, der eine etwas andere Art der Trauerbewältigung durchlebt.

„Demolition“ handelt von dem Investmentbanker Davis Mitchell, dessen Frau bei einem Autounfall ums Leben kommt, während Davis lediglich mit ein paar Kratzern davon kommt. Nachdem er im Krankenhaus vom Tod seiner Frau erfährt, scheint sein größtes Problem ein kaputter Snackautomat zu sein. Dies macht ihm sogar so sehr zu schaffen, dass er beim Trauerempfang seiner Frau prompt einen Beschwerdebrief an die Automatenfirma aufsetzt und eröffnet darin auch gleich, dass er seine Frau eigentlich auch nie geliebt hätte und er gar keine Trauer empfindet. Nach und nach fallen Davis plötzlich Dinge auf, denen er früher in seinem Alltagstrott keinerlei Beachtung schenkte und entwickelt dabei eine starke Affinität, Geräte auseinanderzunehmen die bis zur Zerstörungswut ausartet.

Wir begleiten Jake Gyllenhaal in der mit relativen schlichten Bildern erzählten Geschichte durch eine Reihe von Gefühlen. Von emotionslos bis überschwänglich, übergehend zu absurden Gedanken und verrückten Anwandlungen bis hin zum Zerstörungswahn liefert uns Gyllenhaal seine Darbietung stets glaubwürdig und man fühlt sich an „Moonlight Mile“ erinnert, in dem er 2002 in einer ähnlichen Geschichte überzeugte.

Der Film nimmt uns mit auf eine Reise einer etwas anderen Trauerbewältigung, die mit schönen und auch komischen Momenten gespickt ist und scheiße nochmal (habe ich es auch richtig verwendet?) was hätte ich darum gegeben bei der Szene im Haus mitmischen zu können und alles kurz und klein hauen zu dürfen.

Regie führte Jean-Marc Valleè, dessen Name vielen noch von „Dallas Buyers Club“ oder „Wild“ geläufig sein könnte. Mit „Demolition“ ist ihm ein weiterer Film gelungen. Mit tollen Darstellern, allen voran einem genialen Jake Gyllenhaal. Auch der Jungschauspieler Judah Lewis ist hier im besonderen Maße hervorzuheben. Seine Rolle als verwirrter Teenager auf der Suche nach der eigenen Daseinsberechtigung ist ihm wie auf den Leib geschnitten und man kauft im jede Sekunde seines Spiels ab und wir können uns sicher sein, ihn noch öfter auf der Leinwand zu begegnen.

 

Originaltitel: Demolition
Land: USA
Laufzeit: 100 Minuten
Regie: Jean-Marc Valleé
Drehbuch: Bryan Sipe
Cast: Jake Gyllenhaal, Naomi Watts, Chris Cooper
IMDb: 7,0
FSK: ab 12 Jahren
Erscheinungsjahr: 2015

Hier könnt ihr euch den Trailer zum Film anschauen

Bildrechte: © Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Julie

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