John Hurt (*1940, †2017) – Ein ritterlicher Nachruf

Sir John Vincent Hurt – mehr als 50 Jahre Film- und Fernsehgeschichte. Er verstarb im Alter von 77 Jahren am 27. Januar 2017.

Es gibt nur wenige Menschen, die in ihrer Filmkarriere in scheinbar unzähligen Projekten mitgewirkt haben. Mit zwei Oscarnominierungen – beste Hauptrolle in The Elephant Man (1980) und beste Nebenrolle in Midnight Express (1978) – und in über 208 mitgewirkten Produktionen als Schauspieler gehört er definitiv dazu. Als Ehrung für die Erfolge in seiner Filmkarriere wurde er 2004 zum Ritter geschlagen. Nun drehen wir die Uhr ein bisschen zurück: Mit ca. neun Jahren soll John Hurt bereits gewusst haben, dass er Schauspieler werden möchte. Im Jahre 1962 brach John das Kunststudium ab und widmete sich der Schauspielkunst. Durch ein Stipendium verschlug es ihn an die Royal Academy of Dramatic Art, wodurch er erste Auftritte im Theater und im Fernsehen verbuchen konnte.

Seine erste Hauptrolle ergatterte John im Film Dave – Zuhause in allen Betten (1969). Obwohl dieser Film floppte, erhielt er weitere Jobangebote. 1972 wurde er erstmals für den britischen Filmpreis nominiert, für seine Rolle als vermeintlicher Mörder Timothy Evans im Thriller John Christie, der Frauenwürger von London (1971). Hurts Filmkarriere nahm nun Schwung auf und Kritiker lobten seine Leistungen. Insgesamt wurde er sechsmal für den Britischen Filmpreis nominiert – dreimal wurde er ausgezeichnet. Aufgrund seiner markanten Stimme war er auch als Synchronsprecher für
Zeichentrickfilme gefragt, unter anderem für Unten am Fluß (1978) und Der Herr der Ringe (1978).


Internationale Erfolge und mehr…

Hurt machte sich vor allem mit seinem Schauspiel in Midnight Express (1978), für den er seine erste Oscar-Nominierung erhielt, und Ridley Scotts Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979) einen Namen. Ganze acht Jahre später parodierte er seine Rolle in Alien in Mel Brooks Spaceballs (1987).

Die wohl anstrengendste Rolle seines Lebens war nach eigener Aussage die Titelrolle als John Merrick in David Lynchs Der Elefantenmensch (1980). Alleine das Schminken in der Maske dauerte bis zu zwölf Stunden. Aber die harte Arbeit wurde dennoch belohnt. Die zweite Oscar Nominierung stand vor der Tür.

Er konnte sich nun seine Rollen aussuchen. Doch er selbst hatte mehr Interesse an den schweren, versteckteren Rollen abseits des Starrummels. Seine schier unendliche Filmhistorie beinhaltet die unterschiedlichsten Filme in den unterschiedlichsten Genres. Es fällt mir sichtlich schwer, alle Filme zu benennen, in denen er mitgewirkt hatte. Wir werden John Hurt alle in Erinnerung behalten – sei es als Mr. Ollivander aus Harry Potter oder als Doctor Who.

 

Mitte 2015 wurde bei John Hurt Bauchspeicheldrüsenkrebs im Anfangsstadium diagnostiziert, verlor den Kampf dann aber am 27. Januar 2017 im Alter von 77 Jahren.

Komplette Filmographie auf IMDB: John Hurt

Doctor Who: © BBC/BBC Worldwide
Beitragsbildrechte: © Studiocanal

Patrick

Patrick

- Baujahr 1986 und fast schon Oldtimer
Patrick

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