Review: „Safe Neighborhood“ (2016)

„Safe Neighborhood“. Ein spätes Weihnachtsgeschenk im Form eines kleinen und fiesen Horrorfilms, den man sich nicht entgehen lassen sollte. 

Ich bin gerade zurück vom alljährlich stattfindenden „Fantasy Film Fest White Nights“, ein kleiner Ableger des gleichnamigen großen Bruders, und habe mir den australischen Thriller „Safe Neighborhood“ zu Gemüte geführt. Ein Film, von dem ich vorab weder Bilder (außer dem Poster), noch Trailer gesehen habe. Ich wusste lediglich, dass es sich dabei um einen klassischen Home-Invasion-Film im Independent-Stil halten soll. Da überlege ich doch nicht lange. Karte gekauft und rein in das Ding.

Eines muss man vorweg sagen: Eine klassische Ploterklärung wäre bei einem Film wie „Safe Neighborhood“ wirklich fatal. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte, ohne auch nur ansatzweise etwas zu verraten. So könnte jedes Wort das falsche sein – und trotzdem versuche ich es einmal.

Ashley soll für Luke babysitten, da dessen Eltern auf einer Party eingeladen sind. Gesagt, getan. Luke jedoch (mit 13 voll in der Blüte der Pubertät) ist heimlich in Ashley verliebt, weswegen er immer wieder Versuche unternimmt, bei ihr zu landen. Leider bekommen beide Besuch von Fremden, die in das Haus einbrechen und Jagd auf sie machen. Doch wie heißt es so schön: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“.

Was man „Safe Neighborhood“ definitiv hoch anrechnen muss, sind seine Kurzweiligkeit (der Film geht 85 Minuten, die sich so gar nicht anfühlen), seine wirklich tollen Darsteller, gut platzierte und wirkungsvoll eingesetzte Jump-Scares (die in solch einer Form durchaus sinnvoll daherkommen) sowie eine gehörige Portion schwarzen, bitterbösen Humor und einen so dermaßen gut eingesetzten Plotwist, dass einem schwindelig wird (und dabei rede ich nicht von Twists à la Shyamalan). Natürlich darf der eine oder andere Tropfen Blut nicht fehlen. Wenn auch nicht ganz so explizit, wie sich es sich manch einer wünschen möge. Aber ich finde, das der Goregehalt für diese Art von Film vollkommen ausreichend ist.

Olivia Dejonge und Ed Oxenbould sollten dem ein oder anderen Horrorfan durchaus bekannnt sein, da sie in M. Night Shymalan’s „The Visit“ bereits zusammen die Hauptrollen übernommen haben, und nun hier wieder Seite an Seite spielen (wobei Oxenbould auch hier wieder den humorvollen Teil inne hat). Nichtsdestotrotz stiehlt ihnen „Peter Pan“-Darsteller Levi Miller bei weitem die Show. Er ist das Highlight des gesamten Films und hat mich persönlich komplett umgehauen. Mir blieb vor Staunen teilweise echt die Spucke weg. Bitte gebt dem Jungen mehr solcher Rollen, er kann weitaus mehr als Peter Pan! Zur kleinen Aufmunterung treten noch Patrick Warburton („Rules of Engagement“) und Virginia Madsen („Haus der Dämonen“) als exzentrisches Elternpaar kurz in Erscheinung. Natürlich komplett mit kitschig-bunter Weihnachtskrawatte.

Es ist wirklich schwer, nicht zu viel zu erzählen und etwas kaputt zu machen, weswegen ich jetzt auch aufhöre. Auf jeden Fall kann ich diesen Film mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Leider müssen sich die normalen Kinogänger voraussichtlich bis Weihnachten 2017 gedulden, denn da erscheint „Safe Neighborhood“ womöglich erst in den Kinos. Alles andere wäre Blödsinn – es ist schließlich ein Weihnachtsfilm.

Originaltitel: Safe Neighborhood
Land: Australien/USA
Laufzeit: 85 Minuten
Regie: Chris Peckover
Darsteller: Levi Miller, Olivia Dejonge, Ed Oxenbould, Aleks Mikic, Dacre Montgomery, Virginia Madsen, Patrick Warburton
FSK: ab (voraussichtlich) 16 Jahren

 

Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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