Review: „Abbitte“ (2007)

Was passiert, wenn durch ein Missverständnis das Leben dreier Menschen zerstört wird? Wenn durch Naivität und Eifersucht eine schreckliche Lüge entsteht.

„Abbitte“ handelt von den zwei Schwestern Cecilia und Briony, die auf einem Landsitz in England um 1935 leben. An einem Sommertag beobachtet Briony vom Fenster aus einen, in ihren Augen, äußerst prekären Vorfall zwischen ihrer älteren Schwester und dem Sohn der Haushälterin: Robbie Turner. Noch am selben Tag treffen Freunde und Verwandte zum Abendessen im Haus ein, darunter auch Robbie. Erneut beobachtet die junge Briony Robbie und Cecilia dabei, wie sie sich in der Bibliothek heimlich lieben und wieder deutet diese die Situation falsch.
Als Briony am selben Abend auch noch Zeugin eines sexuellen Übergriffs durch einen Unbekannten auf ihre Cousine Lola wird, beschuldigt sie Robbie als Täter und bezeugt bei der Polizei alles mit eigenen Augen gesehen zu haben. Daraufhin wird Robbie abgeführt und so von Cecilia getrennt.
Er wird vor die Wahl gestellt, entweder er bleibt weiterhin im Gefängnis oder kämpft als Soldat im 2. Weltkrieg. Er entscheidet sich für Letzteres und so beginnt eine Geschichte über Liebe, Schuld und Reue.

„Abbitte“ ist ein britisches Drama aus dem Jahr 2007 nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan. Regie führte Joe Wright (Stolz und Vorurteil). Mit einer außergewöhnlichen Erzählweise, hat er es geschafft, das bisher nicht als verfilmbar geltende Buch auf die Leinwand zu projizieren. Mit den starken Dialogen, die zum Teil Wort für Wort aus dem Roman entnommen wurden und den umwerfend malerischen Bildern ist Joe Wright fantastischer Film gelungen. Alleine die über siebenminütige Plansequenz am Strand von Dünkirchen, die Robbie und die Soldaten begleitet, ist eine beeindruckende Szene, die man so vorher noch nicht gesehen hat.

Der Film nimmt anfangs schnell an Fahrt auf und erzählt aus zwei verschiedenen Sichtweisen. Im ersten Akt sieht man mehrere Ereignisse. Zuerst aus der Perspektive von Briony. Wir bekommen hier ihre Wahrnehmung zu sehen. Danach die selbe Szene nochmal, so dass der Zuschauer die tatsächlichen Ereignisse verfolgen kann. Wie im Takt verläuft die Handlung über bis zu dem Abend, an dem sich die Lage zuspitzt und Robbie von der Polizei mitgenommen hat. Nun beginnt der zweite Akt, der zwar an Tempo verliert, aber weiterhin die Spannung hält. Hier wird aufgezeigt, wie es den drei Personen geht, die unter der schreckliche Anschuldigung zu leiden haben. Durch diese ungewöhnliche Erzählweise hebt sich der Film von der Masse ab. Leider verschwand der Film unter dem Radar und bekam viel zu wenig Beachtung geschenkt. Hierbei handelt es sich nämlich um eine echte Filmperle. Tolles Drehbuch, tolle Bilder und grandiose Schauspieler machen den Film zu einem kleinen Meisterwerk.

Fakten und Bewertung:

Originaltitel: Atonement
Land: UK
Laufzeit: 118 Minuten
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Christopher Hampton
Cast: Keira Knightley, James McAvoy, Saorise Ronan, Romola Garai, Benedict Cumberbatch, Vanessa Redgrave
IMDb: 7,8
FSK: ab 12 Jahren
Erscheinungsjahr: 2007
 

Ihr seid neugierig geworden? Dann könnt ihr euch hier den Trailer zum Film anschauen.

Bildrechte: © Universal Pictures International Germany GmbH

Julie

Ich bin Julie (28) und habe mich hier als Autor mit einer Gruppe aus einzigartigen Filmverliebten zusammen getan, um unsere Leidenschaft zu Filmen mit euch zu teilen.
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