„Die Liebe zum Film“- Eine Reise in die Vergangenheit

Heute bin ich ein Fan des Mediums Film. Doch wie hat alles angefangen? Ein kurzer Trip in die Vergangenheit. 

Ich könnte behaupten, ich wäre schon seit meiner frühsten Kindheit ein Filmfan. Dass ich mit Popcorn in den Adern geboren wurde und mehr Zeit vor der Glotze verbracht habe, als mich mit Freunden zu treffen und Quatsch zu machen. Doch das wäre schlichtweg gelogen. Ich hatte Freunde und war auch sehr viel an der frischen Luft. Das sei gewiss. Und doch haben bestimmte Filme oder Serien mein Leben geprägt. Erinnerungen, die man nicht vergisst. Aus der Kindheit, der Jugend oder der Jetztzeit. Denkt doch selber einmal nach. Jeder kennt diese Gefühle, die einen überkommen, wenn ein Film aus Kindheitstagen läuft oder Deine Lieblingsserie, welche Du immer an bestimmten Tagen geschaut hast, auf DVD oder Bluray erscheinen. Hier sind ein paar meiner solcher Erinnerungen, auf die ich gerne zurückblicke. Ich teile sie gerne mit Euch. Vielleicht hat der ein oder andere (fast) genau das selbe erlebt.

Auf „Du und Du“ mit Aliens

Meine Eltern gaben mir, als ich klein war, eine sogenannte „Fernsehzeit“. Ich durfte mir nach der Schule ein bis zwei Stunden meine Lieblingsserien anschauen, aber natürlich nur, wenn die Hausaufgaben gemacht waren. Glücklicherweise liefen zu meinen besonderen „Fernsehzeiten“ meist 80er Klassiker wie ALF oder Mork vom Ork. Mein Gott, das war herrlich! Meine Mutter war meistens arbeiten, so konnte ich mir meine Zeit selber einteilen. Da ich ja wusste, wann sie wieder zuhause war, habe ich natürlich oft etwas überzogen. Zwei Stunden täglich sind selbst für ein Kind eine quälend kurze Zeit, besonders, wenn man gerade seinen Spaß hat. Mehr als einmal wurde der Fernseher mitten in einer Folge einfach ausgeschaltet und ich wurde wütend, weil ich den Rest verpasste. Nichtsdestotrotz hört man auf seine Eltern. Ob man manchmal will oder nicht.

„Sandalenfilme“ und andere Heldengeschichten

Oft werde ich gefragt, was mein erster Film für „Erwachsene“ war. Ganz ehrlich. Eine schwere Frage. Das kann ich gar nicht beantworten. Ich erinnere mich aber an die Sonntagnachmittage bei meinen Großeltern, an denen wir bei Kuchen und Limo (ich war noch zu jung für Kaffee) im Wohnzimmer saßen und ferngesehen haben. Meist liefen dann sogenannte „Sandalenfilme“. Schlecht gemachte B-Movie.Streifen, in denen sich irgendwelche amerikanischen Darsteller der 50er oder 60er in Rüstungen zwängten und einen auf Held machten (natürlich klassisch im Waschbrettbauch-Look). Kitschige Liebesgeschichten vor offensichtlich billiger Bühnenkulisse in Technicolor. Und doch muss ich ehrlich gestehen, dass genau diese mir wirklich gefallen haben. Jetzt, wo ich im Nachhinein so darüber nachdenke. So mies waren die gar nicht! Hin und wieder lief auch (aus heutiger Sicht) der ein oder andere Klassiker. Wie Die Gladiatoren von 1954 mit Victor Mature oder Herkules und die Königin der Amazonen von 1959 mit Heiße Katzen-Star Sylva Koscina. Ich glaube ohne meine Großeltern, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir solche Filme auch nur im geringsten anzuschauen. Nope. Nie und Nimmer. Obwohl. Sag niemals nie.

Raubkopien im 90er Style

Meine ersten Erfahrungen mit Action- oder Horrorstreifen, welche ganz klar nicht für mein Alter geeignet waren, hatte ich im Anfangsstadium meiner Pubertät. Also so mit 12-13 Jahren. Bis dato war es mir leider nicht vergönnt, in den Genuss derartiger Highlights wie Jean-Claude Van Dammes „Leon (aka Lionheart)„, „Hard To Kill“ mit Steven Seagal oder den extrem trashigen, aber trotzdem relativ guten B-Movie-Streifen „The King of Kickboxers“ zu kommen. Irgendwann bekam ich dann eine Kopie von „The Forsaken“ in die Hände. Ein recht harten, im MTV-Stil gehaltenen Vampirfilm von 2001. Das war ziemlich neu für mich. Eine 1:1 Kopie eine VHS (!) Films. Inklusive nicht ausblendbarer Trailer und dem obligatorischen „Liebe Videofreunde“-Vorspann. (Bis heute habe ich diese Stimme im Ohr). Keine Schnitte, keine Werbung. Und so lernte ich von meinem Cousin, wie man von VHS auf VHS Filme kopieren konnte. Wer nicht gerade über einen sogenannte Doppel-VHS-Player (in denen man zwei Kassetten synchron laufen lassen und immer wieder von der einen zur anderen switchen konnte) verfügte, musste sich mit etwas technischem Geschick zu helfen wissen. Heute unvorstellbar. Ein Hoch auf Online Streaming Dienste! Kein Film war mehr vor mir sicher. Von Filmen wie „American Pie“ über „Predator“ bis hin zu Erkan und Stefan. Ich habe alles kopiert. Mein Cousin hat die Filme ausgeliehen und dann mit mir fertig gemacht. Mein cineastischer Horizont weitete sich in der Zeit ins Unermessliche. Ich war infiziert.

Nachts sind alle Katzen grau

Irgendwann kommt einmal der Zeitpunkt, wo man auf sich alleine gestellt ist. Das ist der Tag, an dem man das elterliche Heim verlässt, um auf eigenen Beinen zu stehen. Das Tolle daran ist der erste Tag in der eigenen Wohnung. Vier Wände ganz für sich alleine. Allein. Niemand sonst. Nada. Klingt doch toll. Oder? Dachte ich auch. Da ich an meinen Umzugstag nicht frei machen konnte, hat meine Familie alles für mich gemacht. Ich musste mich abends lediglich ins gemachte Nest setzen. Spitze. Nach der Arbeit schnell noch in den Laden gesprungen. Pizza, Bier und Chips gekauft. Kurzer Abstecher in meiner Stammvideothek. Falls einer nicht weiß, was das sein soll, es gab mal eine Zeit vor Online-Streaming Diensten wie Netflix, Amazon, Watchever etc. Da begab man sich in einen Laden, in den man Filme gegen einen kleinen Obolus ausleihen konnte. Ist so ein Steinzeitding. Auf jeden Fall habe ich mir den Film „Der Fluch von Darkness Falls“ ausgeliehen. Dumme Idee, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Der Film hat mir solch eine Angst eingejagt, dass ich beschloss, mit brennendem Licht zu schlafen. So viel zu „Trautem Heim, Glück allein“, oder so. Man könnte jetzt sagen, ich sei ein ein kleiner Angsthase. Wisst Ihr was? Ja, das bin ich! Ich grusele mich schnell. Und es ist mir egal. Achja, noch eins: Die Pizza verbrannte im Ofen, das Bier habe ich verschüttet, weil ich immer wieder aufgezuckt bin und die Chips lagen überall verstreut. Ich glaube, ich gucke mir den Film demnächst noch einmal an.

Der Anfang einer großen Leidenschaft

Quentin Tarantino. Ein Name, bei dem nicht nur Filmfans die Ohren klingeln. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein bekennender Narr bezüglich diesen Regisseurs bin. Tarantino ist in meinen Augen einfach der beste Regisseur der Welt. Über diese Aussage lässt sich ja bekanntermaßen streiten, dennoch kann mich nichts, rein gar nichts, von diesem Glauben abbringen. Und doch: Kaum einer weiß, dass ich meine Liebe zu dem Filmemacher recht spät gefunden habe. Ich war ungefähr 20-21 Jahre alt und mein DVD-Regal begann sich langsam immer weiter zu füllen. So war ich eines schönen Tages mal wieder auf Stöber-Tour. Meist kaufte ich meine Filme in Videotheken oder Trödelläden, da sie aufgrund meines mageren Gehalts gut zu meinem Geldbeutel passten. Da lief ich also die Straße entlang und fand, mehr durch Zufall, einen Second-Hand-Laden in dem ich vorher noch nicht gewesen war. Glücklicherweise besaß er auch kistenweise DVDs. Ich erinnere mich noch an das Schild daran: 1 DVD = 0,20€ / 20 DVDs = 1,50€. Wer riskiert da nicht einen Blick. Dann waren sie da. All diese Filme aus irgendwelchen TV-Zeitschriften. Billig, schäbig und alles andere als brauchbar. Doch dann fand ich sie: Eine DVD von Pulp Fiction. Dass der Streifen nach meiner ersten Sichtung danach auf Dauerschleife lief und ich mir anschließend jeden von Tarantinos Filmen ansehen, rezensieren und analysieren musste, muss ich an dieser Stelle wohl nicht weiter ausweiten. Bis heute zählt dieser Meilenstein der Filmgeschichte zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Oder besser: Er IST mein absoluter Lieblingsfilm.

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

So, meine Lieben. Das war es erst einmal von mir. Ich wollte ja kein Roman schreiben, sondern lediglich ein paar nette Erinnerungen mit Euch teilen. Einfach etwas schnacken, wie mein Großvater gerne zu sagen pflegte. Also, husch husch. Raus mit Euch. Bis bald und gehabt Euch wohl!

Liebe Grüße, Euer Jörg

 

Jörg

Jörg

Autor bei Film und Feder
Hier soll etwas über mich drin stehen. Wo fange ich an? Hi ich bin...ach wisst ihr was? Ich mache es euch ganz einfach.

Filme sind meine Religion, das Kino meine Kirche, Quentin Tarantino mein Messias und die Hollywood Studios mein Mekka. Ohne all dieses bin ich ein Nichts. Ich bin verloren in der Magie des Films. Alles ist real, außer ich lasse es nicht zu.

Wie schon einst Stanley Kubrick sagte:
“A film is – or should be – more like music than like fiction. It should be a progression of moods and feelings. The theme, what’s behind the emotion, the meaning, all that comes later.”
Jörg

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