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And the Oscar goes to… La La Land, höchstwahrscheinlich!

Das beliebte Musical ist auf dem besten Wege, seinen Award-Siegeszug fortzusetzen. Für Deutschland geht Toni Erdmann als Bester Fremdsprachiger Film ins Rennen.

Sie wurden sehnsüchtig von allen potenziellen Anwärtern und Filmfans erwartet, nun kennen wir sie: die diesjährigen Oscar-Nominierungen. Heute Mittag gegen 14:15 Uhr deutscher Zeit verkündete die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles die glücklichen Personen, die bei der 89. Auflage des berühmtesten Filmpreises in den Sitzen des Dolby Theaters auf einen der begehrten Goldmänner hoffen dürfen. Moderiert wird die Zeremonie in diesem Jahr von Late Night Host Jimmy Kimmel. Die Academy hat zudem bereits angekündigt, in diesem Jahr mehrere Änderungen vorzunehmen, um den in den letzten Jahren schwindenden Zuschauern eine unterhaltsame, „straffere“ Show zu bieten. Welche Änderungen dies sind, davon werden wir uns wohl überraschen lassen müssen.

Ein neuer Rekord?

Plakat La La LandGanze 14 Nominierungen konnte Damien Chazelles  La La Land (hier unsere Kritik) einheimsen. In allen wichtigen Kategorien ist das nostalgisch angehauchte Musical vertreten und hat somit beste Chancen darauf, seinen Golden-Globe-Erfolg zu wiederholen. Auf der Preisverleihung am 8. Januar räumte La La Land ganze sieben Awards ab – mehr als jeder andere Film bisher. Und auch die Oscars bieten Potenzial für neue Rekorde: So viele Nominierungen haben bisher nur zwei weitere Filme in der Geschichte der Academy Awards erhalten (Titanic und All About Eve). Titanic schaffte es immerhin, elf dieser Nominierungen auch in Preise umzuwandeln. Es bleibt also spannend!

Oscars 2017 – wer ist noch dabei?

Insgesamt wartet die Preisverleihung in diesem Jahr ohne allzu große Überraschungen auf. Mit insgesamt je acht Nominierungen für Denis Villeneuves Sci-Fi-Hit Arrival und Barry Jenkins‘ schwule Coming-of-Age-Story Moonlight sowie je sechs für Mel Gibson’s Kriegsepos Hacksaw Ridge (hier unsere Kritik), der emotionale Road Trip Lion und das packende Familiendrama Manchester by the Sea (hier unsere Kritik), sind hier die bereits erwarteten Kandidaten auf die Shortlist gesetzt worden. Auch in den Schauspiel-Kategorien bleiben Paukenschläge aus. Einzig Viggo Mortensens Nominierung als potenziell Bester Schauspieler hat mich überrascht – allerdings positiv. Seine Darstellung in Captain Fantastic als Vater, der mit seinen Kindern aus politischer Überzeugung abseits der Zivilisation lebt und die selbstgeschaffene Idylle aufgrund einer Familientragödie gezwungenermaßen verlassen muss, war grandios; der Film selber blieb allerdings leider größtenteils unbeachtet. Auch bei den Damen hätte ich mir gewünscht, dass Amy Adams für ihre Rolle der Linguistin Louise in Arrival die Chance auf den Preis erhält. Die mittlerweile 20. Nominierung für Meryl Streep war der Academy leider offenbar wichtiger. Hell or High Water (hier unsere Review) geht mit ganzen vier Nominierungen ins Rennen. Martin Scorseses religiöses Historiendrama Silence hingegen ging mit nur einer einzigen Nominierung fast leer aus. Hier hatten viele Kritiker sicher mehr erwartet.

Plakat Toni ErdmannAuch Deutschland kann sich in diesem Jahr einmal wieder Hoffnungen auf die Trophäe machen: Toni Erdmann (hier unser Review), Maren Ades Komödie über eine angespannte Vater-Tochter Beziehung, ist als Bester Fremdsprachiger Film nominiert. Der Film fand international großen Anklang und stand auch schon bei den Golden Globes auf der Liste. Leider konnte er dort nicht den Preis einheimsen – vielleicht hat er bei den Oscars mehr Glück. Freunde und Familie in der Heimat werden sicher eifrig die Daumen drücken!
Eine vollständige Liste aller Nominierten findet Ihr auf der offiziellen Oscar-Seite.

Alle Fans und Filmverrückten dürfen sich auf jeden Fall schon jetzt auf unsere Live-Berichterstattung zu den Oscars auf unserer Twitter-Seite freuen. Wir sind in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar vom Roten Teppich bis zum letzten Vorhang für Euch da und kommentieren die Geschehnisse der 89. Academy Awards!

Bildrechte: © Academy of Motion Picture Arts and Sciences, STUDIOCANAL GmbH, NFP marketing & distribution GmbH
Friederike

Friederike

Admin und Autor bei Film und Feder
Warum ich über Filme schreibe? Weil Freude wächst, wenn man sie teilt!
Als jemand, der Filme häufig alleine schaut, fehlte mir oft der Austausch nach dem Abspann - die Diskussion kontroverser oder unklarer Aspekte, die Hoffnung, dass mein Gegenüber meine Lieblingsszene genau so mochte wie ich und manchmal auch nur das schamlose Schwärmen über den Hauptdarsteller. Das Veröffentlichen meiner Gedanken zum Film ermöglicht mir diesen Austausch mit einer großen Anzahl an Menschen, die das Medium ebenso lieben, wie ich.
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